Ξ  Xabu Iborian

Text Fotografie Video Graphitmalerei

Z e i t w a i s e

Der Wechsel – Wechselspiel – Wir + Fünf – 6

„Die Rolle passte auch sehr gut zu meinem Job. Keine weitreichenden Erklärungen erforderlich“, Starf versucht sich in einem Gesichtsausdruck, der vielleicht überlegen charmant wirken soll, jedoch in einem wackeligen, ironischen Lächeln endet.

„Bruder 007 in geheimer Aktion“, Jochen schüttelt den Kopf. Suzan blickt ins Leere. Sie wird wohl die neuen erwünschten unerwünschten Informationen verarbeiten. Uns ist allerdings nicht ganz klar, warum es gerade sie beschäftigen sollte, dass Starf noch vor kurzem und für mehrere Monate mit einer anderen Frau zusammengelebt hat.

„007?“

„Keinen Bit habe ich die ganze Zeit über von dir gesehen!“

„Alles andere hätte es schwieriger gemacht und die Fragerei hätte begonnen … außerdem hatte ich den Eindruck, dir gefiel es mich auszuhalten. Kann mich nicht erinnern, du hättest in den letzten Monaten mal etwas von einer Beteiligung gesagt, bis auf den letzten Abend, aber da …“

„Da bist du einfach verschwunden … am nächsten Morgen …“

Starf blickt nach oben. Wir erkennen, ihm gefällt die Rolle nicht mehr, die er spielen muss.

„Gut, gut, das war … bös. Aber es ging nicht anders. Am Morgen zuvor hatte Jochen mich um Unterstützung gebeten. Und am Abend, kurz bevor du mich zur Rede stelltest, hatte PARK mich kontaktiert und aktuelle Informationen und Anweisungen übermittelt. Und glaub mir, danach war ich noch mehr verwirrt als durch meinen Bruder mit seinem plötzlichen Anliegen. Ich konnte unmöglich länger bleiben. Was hätte ich Dir erzählen sollen?“

„Unmöglich länger bleiben …, oh Mann, das ist doch typischer Männer Mist. Nie ein klares Wort, was wirklich geht. Hauptsache ihr bleibt sauber und müsst euch in keiner unangenehmen Situation auseinandersetzen … die Nacht nehmen wir aber noch mit … und ein paar Wochen später eine anderes Weibchen … erst aushalten la…“

„Eure Beziehungsdynamik könnt ihr vielleicht später klären? Da sind wichtigere Fragen.“

Suzan geht auf Jochen zu und wir können davon ausgehen, Starf ist beiden dankbar für den Moment erlöst zu werden.

„Genau! Wenn du durch keinen Transmitter gekommen bist, wie dann?“

„Durch die Tür, wie sonst? Kein Problem, die Tür zu meinem Appartement zu öffnen.“

„Es ist dein Appartement?“ Suzans Blick können wir nur mit „irritiert“ deuten.

„Also doch. Das erklärt, warum ich im Katalog keinen Eintrag für einen Starf oder Stefan Arfankel gefunden habe. Vielleicht hätte ich zusätzlich

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