Ξ  Xabu Iborian

Text Fotografie Video Graphitmalerei

Z e i t w a i s e

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Too late

“You know, my opinions, my attitudes, my beliefs, my behaving, they are like water, you know, gaseous, liquid, solid, and so forth.
But it’s always water, you know, still water, always.
Something along these lines.
No matter what.
Whatsoever.
Get it?”


Rubens Rascaltrain, addressing his obviously dead girl friend, only seconds after the crash, in a stupor of lightning wisdom, fuc. 2063

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Wund Brand

Empor
Aus der Seele
Sehnen Lust
Tiefer Sumpf
Unter
Fallenden Toren
Versagt Vergessen
Erblühen
Türme aus Glas
Im Unablässig
Strömenden Wasser
Verletzter Gefühle
Übermacht
Erdrückender Schwäche
Reglos im Einklang
Aufleuchtender Klarheit
Düsteren Funkelns
Bunt Brennend
In die Wirklichkeit
Duftender Farben
Aufruhr
Erbrochener
Trauer
Ohne Ausweg
Im
Gespalten Graben
Schweben Rausch
In
Gerissen Verzerrter
Wunden Schwele
Im
Vernarbten Glück
Rohen
Vergebens
.

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Dar

Reifend entlang
Nächte Atem
Berührender Angst
Voll Kommenheit
Witzes Glor Reich
Belachter Existenz
Lebendigen Stoffes
Verwehter Zeiten
Sturm Zweifelnder
Gedanken Funken Leere
Zerspringenden Erblühens
In Dir
In Mir
Um Uns
Wirbelnd Verloren
Gefangene
Selbst Bestimmter
Illusion
Vorstellung
Verträglich Zumutend
Geschwächt Abwendend
Seiendes vom Sein
Welches Ist
Immer Ward
Immer Wird
Immer Dar
.

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Lackadaisical

Lying on her
Lying to her
I realize
I’m lying to her
Lying on her
What the Fuck
This is just a Fuck
I pump into her
Again and Again
Below me
She looks like an ugly pudding
Do I look the same to her
Stupid, senseless, cadaver pumping
Where has all my love gone
She looks me in the eye
I see only myself
Still pumping, pumping
She moans, She knows
I know it
Her nipples as hard as stone
It’s cold
Her parched lips as tight as a shell
Filling her for the last time
Not with joy but with sorrow
Pulling back lackadaisically
Slumping on my belly
I’m on my way to nowhere
She’s on her way to the sink
Already running out
I watch her walk
One last glimpse of beauty
Losing it all at once
.

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Sickly Joy

Found you at last
Suddenly dropped by
Like in a dream
There you stood
At the water
In the woods
Heard your voice
Whisper a soft spell
Bound me tight
Locked
Into each other
Two souls
Feeling one
Forever
Lost
A whole
New life
Endless sweet joy
Tickling my senses
Can’t get you close enough
Now
My tongue
Teasing your soft lips
Nuzzling noses
Felicity
Now
Shadows
.

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Bittersüß

Gewidmet E. M., R. M., R. G. und P.

Der folgende Dialog findet statt in einer kühlen, regnerischen Spätsommernacht in den Alpen, auf der Rückfahrt von Trient nach Berlin, in einem alten Zug, dessen Fenster innen beinahe ebenso stark beschlagen, wie sie außen der Fahrtwind mit fließendem Wasser überzieht. Anwesend sind zwei Jugendliche, dicht beieinander sitzend auf dem feuchten Boden im Übergangsbereich zwischen den Abteilen, an Rucksack und Isomatte lehnend, in leichter, klamm an der Haut klebender Bekleidung und mit klitschigen Haaren, ein roter Taschenkalender mit der Aufschrift „Frieden ‘82“, darunter gemalt ein arabisch anmutendes Zeichen, ein Kugelschreiber, und weitere Fahrgäste. Kalender und Stift werden zwischen den beiden jungen Erwachsenen hin und her gereicht. Niemand spricht. Die Stille ist erfüllt von den Klängen über die Gleise rollender, eiserner Räder und an die Glasscheiben prasselnder Regentropfen.

„Also, Du hast keine Lust, wieder mal; wie soll ich denn dann jemals mit Dir über das reden können, was mich bewegt? Wie Du siehst, bin ich schon nicht mal mehr fähig, die Sache mündlich zu klären. Soll ich überhaupt?“

„Es ist 00:38. Seit 5 Nächten habe ich zu wenig Schlaf gehabt. Wo soll da noch Lust her kommen? Das ist ja wohl in den letzten Tagen oft deutlich geworden! Oder? Den Mut zum Reden musst Du selber aufbringen. Alles oder Nichts. Wenn Dir die Sache wichtig erscheint, wirst Du wohl reden müssen, oder bleibt noch eine andere Wahl?“

„Ja, in Melancholie dahin zu dämmern. Du weißt alles? Du weißt Nichts! Zumindest was meine Sache betrifft. Es ist mir wichtig, sonst würde ich hier nicht neben Dir sitzen. Die Probleme, die Du bei P. hattest, sind nichts gegen die Probleme, die ich bei Dir habe, da mein Problem etwas anders gelagert ist. Teil meines Problems ist es aber, dies nicht genau zu wissen.“

„Ich kenne Deine ‚Krankheit‘ sehr wohl, eben wegen P. Oder zumindest kann man Parallelen erkennen. Das Deine Probleme anders gelagert sind? Mag sein! Bei der Vielfalt der Probleme, die ich mit P. hatte, kann ich mir das nicht vorstellen. Vielleicht in Nuancen. Was man nicht weiß, muss man erlernen. Kommt Zeit, kommt Rat. Eine traurige, aber bittere, wahre Erfahrung. Meine Konsequenz aus der Sache mit P. ist eben das, was Dich scheinbar belastet. Aber ich bleibe meinem aus tiefster Erfahrung gewonnenem Prinzip treu. Vielleicht wirst Du das erst später, nach eigenen Erfahrungen, verstehen!“

„Ja, aber dann wirst Du ja nie wieder mit irgendeiner Person engeren Kontakt bekommen. Ich weiß nicht, ob Du auf das was jetzt kommt,

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More than That

Suddenly
It all goes slo-mo
Talking heads around me
Superflies heavily hovering in the big sky
Moving trees growing wild
Scowling like a coward
Why should I have some reason
If there is only one reason
Any reason
That may be you
Could I reach through
To you
Trees raging
Fliegen siegen
Poor lost souls
Buried
In endless insignificancy
.

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C’est tout pour aujourd’hui

Ruhe in Gummibändern
Aufgeregte Plastiktüten
When skys explode
Moving masses
Inducing time in space
And you're smiling
Dying upon a butterfly
Wenn Hitze zerfließt
Realität gerinnt
Versagt verzagen
Running over dew
Slipping through my shoes
An elephant in my heart
Erinnerungen an die Zukunft
Erinnerungen an
Dich
Vermiss ich
.

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Sehn Sucht

Vermisse Deiner Hände Wärme kribbelnd auf meiner Haut
Vermisse Deiner Lieder sanften Flügelschlag schwebender Vögel
Vermisse Deiner glücklichen Liebe brauner Augen Blick wundersamer Sommer
Vermisse Den Hauch Sandelholz auf Deiner Haut duftendes Meer
Vermisse Den süßen Geschmack Deines Mundes Nektar
Vermisse Das zarte Tasten Deiner Zunge schmiegsam spalten meiner Lippen
Vermisse Deiner Haare zärtliches Streichen wilden Windes fliehender Pferde
Vermisse Deiner Stimme hellen Klang dunklen Waldes Geräusche
Vermisse Dich liebkosen zu dürfen like tending a magical garden
Vermisse
Die schwebende Stimmung mit Dir
Die Tiefe
Deiner Nähe
Ohne Dich
fehlst du mir
fehlt ein Teil
von Mir
.

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Gänsehaut

Das Spiel
aneinander
Vorbeiziehender
Wolken
vor blauem Grund
Gewaltige Schatten
über grünen Hügeln
Lichttunnel strahlen
In die Sonne
blinzelnd
lachend
berühren Regentropfen
mein Gesicht
Hinter dem Horizont
Donnergrollen
Spielende Kinder
unbefangen
Vertieft
In Weltenreiche
Would be nice to have more peace on earth
Frösteln
It’s a pity
to have to go
sometime
To leave behind
all this
To die
Ein lachendes
Ein weinendes
Auge
.

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