Ξ  Xabu Iborian

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Z e i t w a i s e

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kakao schwimmer

stürmeerwischt in gepflügtenen eiligenheiten reigen wir uns von gegeneinanderer im zaum gehaltener hineingaben verschronnen vor dem kuntergrund trapetzerie wandelnder diesbezüge überfallenem jenseits vertrunken im partrickelndem seinschein splitterbuntem graureifs dich erspürend in pulserierenden gravuren deiner wunderwärmend lebendigen hand in hand über hand unter hand fest ineinander gleistend im ström regelent brassender witterwinderungen verschlungernder pfaden deiner stimme flauschig schwerenden samtfühlerungen gehörig - oh der umklang deiner stimme dieser stimme die mich sänftig herb fesselnd auflöst auflösend fesselt von moment zu moment von augenblick zu augenblick - der im widerstand meiner entschlossenen lippenhäute erregende andruck deiner prickelnde feuchte in meinen gemächtlich zöglichterloh nachgiebenden mund pressenden zunge nassrauhen lustfleisches kitzeln - dann die zeit die zeit die zeit die zeit in stillen gravuren deiner wundersam kühlenden hand verschollene gedanken an die geringerung der umhangenden zerrinnerung verrauntet im schlachentrief der gegebenenden unvergeblichtenen versinndet in dinglichtungen unendlichter ringschlüsse lichter dunklingenden - nein kein letztes mal der wärmende duft deiner weichenden nacken härchen

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Der Wechsel – Blickwechsel – Starf + Silvie (Epilog Dialog) – 21

„Welche Relevanz hat etwas für dich, dass du nicht unmittelbar körperlich und unvermittelt mit allen Sinnen erlebst?“

„Die gleiche Relevanz, wie eine Simulation, die mich wahrnehmen lässt, was meine Sinne angeblich so nicht erleben?“

„Chapeau! Scheint, ich habe richtig gewählt. Der Stamm wartet.“

„Und der Stamm hätte also lieber wieder die konfliktreiche, verwirrende Simulation vor der Simulation? Was für ein elender Fuck.“

„Du überrascht mich. Macht Spaß. Abschaffen, das ist, was der Stamm erreichen will, genau das. PARK hingegen will die Simulation unter Kontrolle bringen. PARK hat auch kein Interesse daran, Implantate an die Angeschlossenen zu verteilen.“

„Hast Du nicht gesagt, die Implantate ermöglichen eine Kontrolle?“

„Korrekt, aber nicht die Art Kontrolle, die PARK beabsichtigt. Die Implantate ermöglichen eine individuelle Kontrolle. Du bestimmst, wie Du Deine Welt erfährst. PARK will zurück in die Zeit vor dem Brand, zurück zur globalen Kontrolle.“

„Wo ist da der Unterschied zur aktuellen Situation? So wie Du sie beschreibst, scheint die Simulation durch die G-Sporen schon einer globalen Kontrolle zu entsprechen.“

„Der Unterschied ist folgender. Die aktuelle Situation ist, nach allem was wir wissen, autonom. Die Kontrolle kommt aus der Vergangenheit, ist den G-Sporen immanent. PARK will die bewusste Kontrolle zurück erlangen. Die Kontrolle aller, durch auserwählte Einzelne.“

„Dann vielleicht doch besser ganz abschalten, so wie der Stamm das anstrebt? Oder aber alles so lassen wie es ist? Warum nicht? Wo ist eigentlich das Problem?“

„Das Problem? Das Problem ist das Problem potentieller Möglichkeiten. Das Problem ist immer das Problem potentieller Möglichkeiten. Neben anderen Problemen. Das ist das Problem. Im Augenblick scheint alles offen.

Teile des Stammes haben sogar noch weiter gehende Absichten. Die Anzahl der Menschen ohne Sporen hat zugenommen. Die Erforschung des Phänomens wurde weitergeführt. Diejenigen, die eine extreme Position im Stamm vertreten, sehen keine Alternative zur Auslöschung sowohl der G-Sporen, als auch der ursprünglichen Sporen, und sie gehören längst nicht mehr nur einer kleinen Minderheit an. Sie glauben, dass sich nur ganz ohne Sporen die vollständige Wirklichkeit offenbart. Vielleicht haben sie recht? Wissen wir wirklich, wussten wir jemals wirklich, welchen Effekt das hat, das was wir tun? Über unsere Wahrnehmung hinausreichend? In seiner ganzen Konsequenz? Sicher, fast alles was wir tun, führt zu wahrnehmbaren

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Der Wechsel – Blickwechsel – Starf + Silvie (Epilog Dialog) – 17

Neurometrie, das ist der Begriff dafür, soweit ich mich erinnere. Du musst jahrelang üben, bis Du das beherrscht. Die Abstimmung zwischen Implantat und Gehirn muss perfekt sein, wenn du es fehlerfrei ausführen willst. Ohne ein besonders hohes Maß an Selbstkontrolle keine Chance. Denkst du trotzdem mal daneben, und anfangs tust du das oft, führt das zu – interessanten Effekten.“

„Lustige Effekte, anscheinend. Du sagst Erfahrung, aber woher weißt Du, dass Dein Implantat nicht eine falsche Wahrnehmung erzeugt?“

„Berechtigte Frage. Du kennst sie bestimmt, diese Situationen, in denen Du den Eindruck hast, als schmecke etwas für einen Augenblick ganz anders, als noch kurz zuvor, oder wenn sich plötzlich, für einen Moment, etwas völlig ungewohnt anfühlt, wenn Dir Dinge aus der Hand fallen, obwohl Du Dir absolut sicher bist, sie fest im Griff gehabt zu haben, wenn Du etwas zu sehen scheinst, es aber schon nach dem nächsten Blinzeln nicht mehr wiederfinden kannt, wenn Du meinst, jemand hätte etwas gesagt, hat er aber nicht, jedenfalls nicht so, wie Du es erinnerst, wenn Du ein Buch liest und du an manchen Sätzen hängen bleibst, sie wieder und wieder lesen musst, sie aber in keinen plausiblen Zusammenhang zum Rest bringen kannst, und so weiter und so weiter.“

„Das ist doch völlig normal.“

„Genau. Denkst Du, an der Übergabe könnte ein Stück Torte materialisiert werden, dass, mal abgesehen von den synthetischen Zutaten, wirklich der selbstgebackenen Torte entspricht, welche Du aus Deiner Kindheit erinnerst? Vieles ist inzwischen machbar, aber das nicht, und wird es wahrscheinlich auch nie; es besteht keine Notwendigkeit mehr. Denn das Stück Torte ist so wie es ist, so gut wie echt. Eben genau, wie Du es erinnerst.“

„Und was ist mit Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und all den anderen vom Körper benötigten Stoffen? Werden die auch simuliert?“

„Selbst die Schwarzwälder Kirschtorte aus Deiner Erinnerung, enthält wahrscheinlich nicht allzu viel Vitamine und Spurenelemente. Keine Gefahr also, iss weiter. – Zum Teil werden sie simuliert. Zum Teil werden sie der Paste zugesetzt, so wie das Coffein im Wasser. Die Simulation ist genau das, eine Simulation. Sie kann das Nervensystem beliebig Glauben machen – interessante Analogie nebenbei –, und es wird entsprechend reagieren, auch, nun ja, körperlich. Das funktioniert allerdings nur soweit, wie die Relationen zur Wirklichkeit tragen. Wird simuliert, was nicht existiert, nicht wirklich ist, keine oder fehlerhafte Relationen hat, nimmt der Körper auf Dauer Schaden, altert früher. Auch dieser Art Abweichungen wurden vor dem Brand unter dem Begriff Krankheit zusammengefasst.“

„Ich habe diese Krankheiten erlebt. In den vielen Übermittlungen, in denen schrecklichen Abweichungen aus der Zeit vor dem Brand abgebildet wurden.“

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Der Wechsel – Wechselspiel – Silvie + Starf – 3

Wann hatte sie das letzte Mal gegessen? Es grummelte ganz außerordentlich in ihrem Magen. Sie war wieder am Anfang. O.K., zuerst die Physe, dann die Psyche. Und da sie nun schon im Nassraum stand, wurde ihr drängend bewusst, da war noch mehr, das nach draußen wollte.

Rasch stellte sie sich vor den Einfang, lehnte mit einer Hand gegen die Wand, spreizte geübt mit zwei Fingern das Klett zwischen ihren Beinen, ergab sich dem abrupt ansteigenden Druck und ließ, während sich ihre Blase mit geradem, fast perfekt geführtem 45° Strahl in die Freifeldführung entleerte, den erlösenden Wechsel von Kontraktion in Relaxation wohlig über sich ergehen.

Erleichtert, hungrig und mit dem Willen, ohne weiteres Nachdenken, dieses Gebäude so schnell wie möglich zu verlassen, stieß sie sich von der Wand ab, schloss den Klett, lief aus dem Nassraum hinaus, zurück durch die hinderliche Schleuse, und den Flur des unverkennbar schon freigeschalteten Appartements hinunter. In ihrem Appartement hatte sie die Schleuse deaktiviert, entgegen den Vorgaben, wie so vieles.

Am Ende angelangt, riss sie die Tür zur Halle auf, kippte leicht nach hinten, anstatt weiter nach draußen und verharrte augenblicklich. Verwundert betrachtete sie die an ihr vorbei ziehende Menschenmasse. Klar, die starke Zunahme an Aktivität in den Türmen war normal, sobald ein Zugang wieder neu hergestellt worden war. Aber dies hier. So viele Leute, die anscheinend zielstrebig in eine Richtung liefen, wie hypnotisiert, mit starrem Blick und schlaffer Gestalt? Würde sie in den Augen der anderen genauso wirken, wenn sie sich in diesen schier endlosen, dichten Fluss einließe? Momentan war ihr zumindest ebenso taub zumute. Schnell fasste sie sich wieder.

Der Eingang zum Rundherum war schräg gegenüber. Wie konnte sie, ohne mitgerissen zu werden, durch diese wälzende Wand aus Körpern gelangen? Die Strömung war kräftig, doch was blieb ihr anderes zu tun? Stellte sich die Frage, war es effektiver, sich langsam zwischen die wenigen Lücken zu schlängeln oder mit voller Kraft zur anderen Seite durchzuschlagen. Wie sollte sie es angehen? Konnte sie es angehen? War das ein Vorgeschmack von Panik? Nein, sie nicht. Stattdessen dachte sie kurz an ihre Pumgun. Aber dies wäre wohl zu drastisch. Eine beunruhigende Erinnerung machte sich zudem erneut bemerkbar. Egal. Los.

Sie schritt energisch durch die Türöffnung, wurde aber, quasi wie erwartet, prompt und widerstandslos mitgerissen, konnte ihren Weg nicht mehr frei bestimmen, ruderte im Affekt hilflos mit Armen und Beinen. Was war das nun wieder? Sie blickte nach unten. Ihre Füße glitten über den Boden, obwohl sie nicht die Ursache ihrer Bewegung waren. Ganz toll, dachte sie, klasse, und bemühte sich, die nun doch ein wenig aufkommende Panik in Schach zu halten. Was zum Sack hatte das alles zu bedeuten? Sie probierte den Verlauf ihres Schwebens mit den Armen zu beeinflussen, stieß aber nur an die anderen.

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Der Wechsel – Wechselspiel – Wir + Fünf – 5

„Im Moment nicht, aber jede Menge Fragen.“

„Und ich erst.“

„Bin gespannt. Legt los!“, Suzan setzt sich auch auf den Boden und streckt ein Bein über das andere. Silvie bleibt stehen, immer noch die Pump in ihren Händen. Auch wir sind gespannt.

„Ich hab vor allem eine Menge Fragen an dich Starf, die ich dir jedoch gerne in Abwesenheit eines ‚größeren Publikums‘ stellen würde.“

„Vielleicht erübrigt sich das“, Starf lächelt unsicher, „Jochen, du hast vorhin gesagt, das Ding sei ein Transmitter und du wärst durch ihn hierhergekommen …“

„Das habe ich so nicht gesagt. Aber du hast zugestimmt. Wieso nimmst DU an, es sei ein Transmitter? Du weißt über mich, den Stamm, und anscheinend auch über das Projekt, sehr detailliert Bescheid, mehr als ich Dir anvertraut habe. Ich denke du bist an der Reihe.“

Starf holt tief Luft. „Ich bin für PARK unterwegs.“

„So kann man sich irren“, Jochen betrachtet noch immer den Minkow. Ein Teil des Gerätes blinkt rhythmisch. Jochen nickt. Zufrieden? Irritiert? Wir können es nicht genau bestimmen. Er steht auf, geht zu den drei anderen uns sieht Starf auffordend an.

„Die waren über eure Aktivitäten immer bestens informiert, von Anfang an. Und nicht nur das. Sie haben euch indirekt unterstützt oder besser gesagt für ihre Zwecke benutzt.“

„Joshua und ich, wir hatten uns zwar etwas in der Art gedacht, aber dass du beim PARK bist … kein Wunder, dass wir dir nur schwer folgen konnten. Nachdem du den Stamm verlassen hast, haben wir dich natürlich auch beobachtet, aber offensichtlich nicht genau genug. Benutzt sagst du … kaum zu glauben …“, Jochen klingt überrascht. Suzan steht ebenfalls auf und hält die Hände über ihre Ohren.

„Wenn ich nicht mehr mithören soll, weil ihr irgendwelche Top Secrets besprecht, sagt ihr Bescheid, o.k.?“

Silvie schließt die Augen. „Wo bin ich hier nur rein geraten? Da glaube ich monatelang mit einem Taugenichts zusammenzuleben …“

„Es schien mir, du wärst mit meiner Rolle zufrieden, deshalb spielte ich sie, aber nicht nur deshalb“, Starf verhält sich, als wäre er sich nicht im Klaren darüber, wie er die Situation am besten behandeln soll. Mehr auf die humorvolle Art oder … es gelingt ihm nicht ein breites Grinsen zu unterdrücken.

„Ich fasse es nicht! Bist Du komplett übergeschnappt …?“, wir denken jetzt wäre der rechte Augenblick, Silvies ursprüngliches Vorhaben in die Tat umzusetzen.

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Wirklichkeit, Wahrnehmung … und Realität? – Lyrik und Poesie der Abstraktion – 3

in: Abstrakte Fotografie — BerHWolf
Handgetanzt — Sinnliche Eigenwelten – Fragmente der Wirklichkeit

Den Titel für die Fotografie erfinde ich im Lauf der Beschäftigung mit dieser, beim intensiven Betrachten und dem anschließenden affektiven Treiben lassen der Gedanken, Assoziationen und Bisoziationen.

Der Titel ist keine allgemeingültige Interpretation, sondern tatsächlich als Name zu verstehen, welcher nur einen Hinweis zulässt auf diese Gedanken und Verknüpfungen, auf meine Sicht der Fotografie.
Ähnlich wie ein Personenname, lässt er jedoch nur begrenzte Aussagen über das Benannte zu.
Ebenso wie die Fotografie beschreibt er einen abstrakten Zusammenhang.

Entstand die Fotografie somit rückwärts? Ursache und Wirkung vertauscht?
Ist die Idee der Fotografie, die Folge der Transformation des ursprünglichen Augenblicks?
Oder waren der ursprüngliche intuitiv erfasste Augenblick und dessen Transformation, die Ursache für die Idee der Fotografie?

Erinnerte ich das, was kommen wird?

Jeder mag sich sein eigenes Bild machen – tut dies sowieso.

Die Nummerierung im Titel ist rein zweckorientiert.

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