Ξ  Xabu Iborian

Text Fotografie Video Graphitmalerei

Z e i t w a i s e

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kakao schwimmer

stürmeerwischt in gepflügtenen eiligenheiten reigen wir uns von gegeneinanderer im zaum gehaltener hineingaben verschronnen vor dem kuntergrund trapetzerie wandelnder diesbezüge überfallenem jenseits vertrunken im partrickelndem seinschein splitterbuntem graureifs dich erspürend in pulserierenden gravuren deiner wunderwärmend lebendigen hand in hand über hand unter hand fest ineinander gleistend im ström regelent brassender witterwinderungen verschlungernder pfaden deiner stimme flauschig schwerenden samtfühlerungen gehörig - oh der umklang deiner stimme dieser stimme die mich sänftig herb fesselnd auflöst auflösend fesselt von moment zu moment von augenblick zu augenblick - der im widerstand meiner entschlossenen lippenhäute erregende andruck deiner prickelnde feuchte in meinen gemächtlich zöglichterloh nachgiebenden mund pressenden zunge nassrauhen lustfleisches kitzeln - dann die zeit die zeit die zeit die zeit in stillen gravuren deiner wundersam kühlenden hand verschollene gedanken an die geringerung der umhangenden zerrinnerung verrauntet im schlachentrief der gegebenenden unvergeblichtenen versinndet in dinglichtungen unendlichter ringschlüsse lichter dunklingenden - nein kein letztes mal der wärmende duft deiner weichenden nacken härchen

Die Blaue Falllust und der betörende Widerhall von Abend
oder
Das stählerne Röhren eines gellenden Hirsches

Kreuzung Mühlenstraße/Straße der Pariser Kommune, Mittelstreifen

in: Im Scheinen der Dinge — Milbeaut Expeed 4 FX 24.3

Xabu Iborian | Die Blaue Falllust und der betörende Widerhall von Abend
oder
Das stählerne Röhren eines gellenden Hirsches | Kreuzung Mühlenstraße/Straße der Pariser Kommune, Mittelstreifen KommTier! | Auf | |

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Ape Won – Alles ist Fremd

An zwei Monitoren vorbei blicke ich auf das alte Kastenfenster und seine zwei Glasscheiben. In der unsichtbaren Sommersonne angenehm leuchtend grüne, stumme Blätter, lassen meinen Blick verharren bis ihr Abbild beginnt zu solarisieren. Eine erfrischende Ahnung von klarem, blauem Himmel. Stille. Windstille. Nordseite. In der Wohnung gegenüber läuft, wie so oft, ein Zeichentrickfilm. Die Zeitanzeige, links unten auf dem rechten Monitor, 11:21. Ich bin ein Kind der Sonne. Sonnenschein macht mich glücklich, wahnsinnig glücklich. Auch damals, zu Fuß die Ngong Road entlang, in heißes Feucht getaucht, kurz vor dem Ertrinken in dieser scheinbar stagnierenden Wärmeflut, hatte ich keinen Hass auf die Sonne. Im Gegenteil. Sterben mit der Sonne glühenden Wärme auf meiner Haut, muss eine angenehme Art und Weise sein das Licht auszuschalten.

Klopfen im Hintergrund. An der Tür? Ja, muss die Tür sein. Klopfen an der Tür. Aber wer oder was klopft , und warum? Ich erwarte nichts und niemanden. Klopfen. In beinahe regelmäßigem Abstand nun. Klopf, klopf, klopf. Ob das mal aufhört? Warum klopfen und nicht klingeln? Ein Zwerg? Gut, ich schnappe mir die weiße Fahne, schiebe die Maus nach vorne, stehe auf, gehe durchs Zimmer, die Küche - ein paar Kinder spielen kichernd mit dem Fußball auf dem Parkplatz zwischen den Häusern -, in den Flur. Da klopft wirklich jemand auf die Wohnungstür. Vor dem Spion steht ein großer Mann mit dunklem Gesicht, Nickelbrille, kurzem, graumeliertem Vollbart und noch kürzeren blonden Haaren. Er trägt einen schwarzen Anzug mit makellos weißem Hemd unter dem Sakko und einen hell rosa Schlips. Sein Anblick fasziniert mich. Ich drücke den Riegel aus der Falle, ein Knall auf Metall, und öffne vorsichtig die Tür. Wir schauen uns in die Augen. Meine schweifen kurz ab. Nackte, umwerfend schöne Füße. Ein wohliges Gefühl schwärmt in meinen Kopf.

„Draußen ist Krieg!“

„Was? Wovon reden Sie?“

„Lesen Sie keine Zeitung? Fernseher, Radio, Internet?“

„Letzteres. Draußen ist kein Krieg.“

„Woher wissen Sie das?“

„Nicht aus der Zeitung.“

„Das sagten Sie bereits.“

„Also …“

„Unschuldige Menschen sterben.“

„Machte das einen Unterschied, Schuld oder Unschuld?“

„Nehmen Sie Passagierflugzeuge. Hunderte unschuldige Menschen, die nichts ahnend umher fliegen, stürzen vom Himmel.“

„Von wem sonst. Nichts ahnend? O.k., aber woher wissen Sie, dass die alle unschuldig sind? – Diesen Krieg meinen Sie. Die Ukraine.“

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Freiheitsgrad

„Der Freiheitsgrad in meinem Denken, meinem Empfinden, meinem Tun, er ist umfassend.
Er endet jedoch, Jenen gegenüber sich zurücknehmend, denen, aus welchen Gründen auch immer, nicht möglich ist, ihren freien Willen wahrzunehmen.
Er endet ebenso, Diesen gegenüber sich ausweitend, die, aus welchen Gründen auch immer, Jenen gegenüber, ihren freien Willen nicht zurück nehmen.“


Tomasz Tomcszak, sic. 2013

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Too late

“You know, my opinions, my attitudes, my beliefs, my behaving, they are like water, you know, gaseous, liquid, solid, and so forth.
But it’s always water, you know, still water, always.
Something along these lines.
No matter what.
Whatsoever.
Get it?”


Rubens Rascaltrain, addressing his obviously dead girl friend, only seconds after the crash, in a stupor of lightning wisdom, fuc. 2063

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Realität Kunst

„Kunst wird bestimmt durch den Menschen, durch das Individuum.
Durch das Individuum, und seine Wechselwirkung mit sich und allem anderen.
Kunst ist die durch einen Menschen individuell wiedergegebene Realität der durch diesen Menschen individuell wahrgenommenen Wirklichkeit.

Kunst ist nicht objektivierbar.
Wäre sie objektivierbar, gäbe es keine Kunst.
Es gäbe nur diese eine Wirklichkeit.

Diese eine Wirklichkeit, so wie sie für jene Lebewesen erscheint, die sich ihrer selbst, ihrer Existenz, nicht bewusst sind.
Doch dem Menschen, und nur diesem, ist die Wirklichkeit in einer unendlichen Anzahl Realitäten denkbar, ist Kunst denkbar.“


Esrox Kazen, „Die Realität in der Kunst Wirklichkeit", sch. 2053

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Wund Brand

Empor
Aus der Seele
Sehnen Lust
Tiefer Sumpf
Unter
Fallenden Toren
Versagt Vergessen
Erblühen
Türme aus Glas
Im Unablässig
Strömenden Wasser
Verletzter Gefühle
Übermacht
Erdrückender Schwäche
Reglos im Einklang
Aufleuchtender Klarheit
Düsteren Funkelns
Bunt Brennend
In die Wirklichkeit
Duftender Farben
Aufruhr
Erbrochener
Trauer
Ohne Ausweg
Im
Gespalten Graben
Schweben Rausch
In
Gerissen Verzerrter
Wunden Schwele
Im
Vernarbten Glück
Rohen
Vergebens
.

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Zufällig Notwendig

„Zufall bedeutet nicht Beliebigkeit, und die Möglichkeit alles beliebig interpretieren zu können, bedeutet nicht, alles Mögliche zu bedeuten, oder gar jenes zu bedeuten, welches du willst, dass es bedeutet, jedenfalls nicht notwendigerweise, denn der Zufall wird aus der Notwendigkeit geboren, und nicht notwendigerweise aus dem Willen; einem Willen, der da selbst eben gerade jener notwendigen Zufälligkeit entspringt.“


Karl zu Fall, „An jenem Nachmittag“, tor. 2039

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Dar

Reifend entlang
Nächte Atem
Berührender Angst
Voll Kommenheit
Witzes Glor Reich
Belachter Existenz
Lebendigen Stoffes
Verwehter Zeiten
Sturm Zweifelnder
Gedanken Funken Leere
Zerspringenden Erblühens
In Dir
In Mir
Um Uns
Wirbelnd Verloren
Gefangene
Selbst Bestimmter
Illusion
Vorstellung
Verträglich Zumutend
Geschwächt Abwendend
Seiendes vom Sein
Welches Ist
Immer Ward
Immer Wird
Immer Dar
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