Ξ  Xabu Iborian

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Z e i t w a i s e

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Fundamente der Gerächtigkeit

„Und so wie gerufen, da kamen sie, zusammen, die geistig inkontinenten Söldner fundamentaler Gerächtigkeit und ihre Schar unseliger Mitläufer und Gönner, nach langem Warten und zur Rechten Zeit, endlich wieder ein Feind, der sie alle vereint, ein ganz eigener Feind, ein Feind, welcher sinnlos Leben nun umfassend mit Sterben belohnte, ein Feind, der den Weg frei räumte, frei räumte für die, ihre Hände im Öl der Unschuld Badenden fundamentaler Gerächtigkeit.“


Paula Harkuun Salem-Ram, „Die Letzten werden nie die Ersten sein“, isi. 2053

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Make Believe

“‘I wonder, are these terrorists maybe partly financed by the church?’
‘Why on earth should they do that?’
‘To strengthen their position and their faith, to recruit some more believers, to get their lost ones back, and maybe something else.’
‘What? One church finances an army like bunch of terrorists, claiming to act in the name of some other church, terrorizing entire countries and slaughtering their brothers and sisters, just to discredit that other church? What if this gets out of control?’
‘Ah, it won’t. You know, there is this god send nation, which will blast it all right again. In the end church as well as god send nation will kill two birds with one stone.’
‘You crazy, you know that?’”


No. 10, Section II, “The NFA Protocols, File X.789.10e, Part O.65.747, Entry Pu.5.446, Conversation B.655”, cat. 2417

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Gegen Satz

„Ihnen ist jedoch bewusst, dass all jenes, welches Sie als das Innen bezeichnen, allein durch ein Außen begründet ist, welches andererseits erst durch dieses Innen erfahrbar wird, Außen und Innen sich gegenseitig bedingen, Innen und Außen sich ad infinitum wiederholend, untrennbar verbunden, in alle Richtungen erstrecken; letztendlich kein Unterschied besteht, außer dem Begrifflichen, und ganz gewiss kein Gegensatz, zwischen dem sogenannten Außen und dem sogenannten Innen, uns diese vielmehr im Fluss eines unerschöpflichen Quells unterschiedlicher Qualitäten konfrontieren.
[…]
Die Wahrnehmung der Welt in Gegensätzen war eine der Ursachen für jene Entwicklung, die uns und all das was uns umgibt – fürwahr dessen nicht mehr viel – zu dem gemacht hatte, welches wir zurückhaltend mit dem Terminus ‚Die Welt Danach‘ bedachten.
[…]
Die damals seit langem übliche, polarisierende Zuweisung beruhte auf der schon sehr früh forcierten Unterdrückung und gleichzeitigen Verbreitung einer Fälschung der ursprünglichen Bedeutung.
[…]
Das Yin-Yang beschreibt, wie wir heute wissen, nicht das Prinzip binärer, verschränkter Gegensätzlichkeiten – der von langer Hand geführte Wegbereiter digitaler, monokultureller Ermächtigung –, sondern verdeutlicht ganz im Gegenteil die Illusion derselben, und somit auch die Illusion dieser scheinbaren Gegensätzlichkeit; entlarvt die Schimäre des rein Begrifflichen.
[…]
Bis hinein in die Interpretation quantenphysikalischer Ereignisse wurde jedoch erfolgreich versucht, dieses Zerrbild von den Gegensätzen aufrecht zu erhalten.
[…]
Diese das Leben scheinbar simplifizierende und in der Evolution scheinbar vorteilhafte Wahrnehmung scheinbarer Gegensätzlichkeiten durch die menschliche Psyche und deren begriffliche Fixierung, waren ein in der Geschichte des Menschen wohl genutztes Instrument der gezielten Steuerung.
[…]
Lassen Sie sich nicht täuschen, sollten Sie meinen auch in diesem Text Gegensätze und Widersprüche wahrzunehmen.
Machen Sie sich auf den Weg, lösen Sie sich von dieser Jahrtausende alten Konditionierung.

Lesen Sie. Überwinden Sie. Atmen Sie.“


Kate Ryn B. Ohneeh-Chen, „Atme nicht. Sei der Atem.“, exs. 3457

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Paranoia

„Die ideale, effektive Kontrolle hätte den Kontrollierenden immer mindestens zwei Schritte vor dem Kontrollierten, außerhalb der Wahrnehmung.
Sie wäre zudem effizient, wenn es ihr gelänge dem Kontrollierten genau dies Glauben zu machen.
Die Realität ist schneller als die Wahrheit.“


Dr. paed. Klaasen v. Grust, „Die Legende vom paranoiden Androiden auf dem schwarzen Block“, ask. 2113

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Ausgeliefert

„Die Strukturierung dieser Gesellschaft an und für sich, die Organisation von Arbeitszeit und die Organisation von Freizeit, die obligate Organisation des gesamten Lebenslaufs, die omnipotent monetäre und somit letztendlich institutionelle Abhängigkeit, all dies sind Instrumente der wohlwollenden Entmündigung, Unterdrückung und Lenkung par excellence.“


Richard Kaste II, „Ad libitum, Leben ist keine Option“, out. 2039

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Schlachtvieh

„All diese Kontroversen um Wirtschaft, Finanzen, Recht, Glaube und Gesetz, sie sind Scheingefechte.

Tatsächlich ist da kein Unterschied, je nach welchem System ich Werte, Vorstellungen, Dinge, Menschen und andere Lebewesen in Bezug zum System und zueinander setze, kann da kein Unterschied sein, wird faktisch deren Wert, Essenz und Manifestation nicht wirklich tangiert; nur scheinbar.

Wahr ist jedoch, dass diese Relationen und Systeme ebenso zu Werten geworden sind, geworden wurden; Werte, die sich ausschließlich selbst referenzieren, Scheinwerte.

Allein deren Erhalt ist von Belang, und somit der Erhalt des Einflusses derer, die von diesen Relationen und Systemen profitieren, zu profitieren meinen, von dieser leicht kontrollierbaren und steuerbaren imaginären Welt, deren Ausbau, spätestens begonnen mit der Einführung wertloser Tauschmittel, seit längerem im vollen Gange ist, deren Erhalt und Ausbau sich das Schlachtvieh im Hamsterrad, willig grunzend die Maschinerie der Bedürfnisbefriedigung antreibend, zweifelsfrei nach wie vor unterordnet.“


Kai Selkruck, „Die immanente Psychologie transzendenter Wahrheit“, gru. 2053

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