Ξ  Xabu Iborian

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Z e i t w a i s e

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Wirklichkeit, Wahrnehmung … und Realität?

Wirklichkeit, Wahrnehmung und Abbildung

in: Abstrakte Fotografie — BerHWolf
Handgetanzt — Sinnliche Eigenwelten – Fragmente der Wirklichkeit

Die durch diese Art der Fotografie erzeugte Abstraktion könnte, rein äußerlich, prinzipiell auch durch manuelle, indirekt bildgebende Methoden erreicht werden, wie z.B. der Malerei.

Dies wäre jedoch eine Abstraktion die dadurch entstünde, dass Gegenständliches geplant abstrahiert oder frei komponiert würde, oder dadurch, dass entsprechende optische Eindrücke in der Vorstellung visualisiert werden.

Um jedoch die durch meine Fotografie erzeugte Abstraktion, und den dort hin führenden Prozess, mit den Mitteln manueller Methoden nachzuempfinden, müsste eine entsprechende visuelle Wahrnehmung durch Bewegung der Augen und des Kopfes oder des gesamten Körpers herbeigeführt und direkt abgebildet werden.

Da sich diese visuelle Wahrnehmung jedoch im Moment der Bewegung nicht unmittelbar umsetzen lässt, sondern – sofern überhaupt – nur aus der Erinnerung, ist eine vollständige Analogie manuell nicht zu erreichen.

Zwischen Erinnerung und indirekter manueller Wiedergabe steht immer die intellektuelle oder emotionale, bewusste oder unbewusste Interpretation.
Augen, Kopf, Hände.

So bezeichne ich diese Art, der durch die spezielle Handhabung der Kamera erzeugten Abstraktion, diese unmittelbare Abstraktion der Wirklichkeit durch den Prozess des Fotografierens, auch als direkte, intuitive oder reine Abstraktion.

Die Auswahl der Situation, das kompositorische Abschätzen der Situation sowie der geeigneten Handhabung der Kamera, die anschließende Selektion der einen Aufnahme unter vielen, unterliegen jedoch ebenso Augen, Kopf und Händen.
In dieser Hinsicht ist jede Fotografie subjektiv, interpretierend und abstrahierend.

Fotografie bildet generell die Wirklichkeit genauso wahr oder unwahr ab, wie eine manuell erstellte Abbildung.

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Die materielle Realisierung

in: Abstrakte Fotografie — BerHWolf
Handgetanzt — Sinnliche Eigenwelten – Fragmente der Wirklichkeit

BerHWolf – No.41 – Schizophrenic Curtain BerHWolf – No.41 – Schizophrenic Curtain

Die im Zeitraum von 2009 bis 2012 entstandenen Fotografien wurden mit einer Nikon D200 und einem Sigma 50mm 1:2.8 EX DG Macro D, sowie einem Sigma 24-70mm D 1:2.8 EX DG Macro aufgenommen.

Von der originalen abstrakten Fotografie, die hier verkleinert und in der Auflösung reduziert abgebildet ist, habe ich ein unikales Giclée auf Hahnemühle Photo Rag Baryta angefertigt, im Format 109 x 73 cm, signiert, datiert, registriert und zertifiziert als Digigraphie unter dem Namen BerHWolf.

Der Farbraum der Fotografien ist ProPhoto RGB. Systeme die kein Farbmanagement unterstützen, können Farbabweichungen in der Darstellung zeigen.

Für die temporäre Präsentation wird dieser Abzug lose gefasst in einem rahmenlosen Bildhalter der Größe A0, aufgebaut aus Alu-Dibond Rücken, Hahnemühle Einlagekarton, Passepartout in Museumsqualität und Mirogard Glas.

Die digitale Basis – das RAW Format mit allen Bildinformationen – wird archiviert und dient ausschließlich der Sicherung, entsprechend dem Negativ in der Film basierten Fotografie.


Du stellst aus oder hast Interesse an den Arbeiten?
Über Dein Deine Anfrage würde ich mich freuen.

Weitere technische Details

Entwicklung der Fotografie an einem kalibrierten und regelmäßig profilierten Eizo ColorEdge CG303W mit Adobe Photoshop Lightroom.

Druck und Profilierung via din.a.x Mirage ME Pro mit einem kalibrierten Epson Stylus Pro 9900 Spectoproofer Piezodrucker und 10 hoch lichtbeständigen Epson UltraChrome HDR Pigmenttinten, auf Basis eines speziell für das verwendete Papier erstellten Profils.

Maximaler Farbumfang und Auflösung – feinste tonale Abstufungen.

Entwicklung und Druck/Test unter Normlichtbedingungen (JUST D50).

Die verwendeten Materialien, sowie Kontrolle und Justierung der Geräte, ermöglichen höchste Farbtreue bei der Wiedergabe der Fotografie auf dem Giclée.

Kontrolliertes Klima in Arbeits- und Lagerraum.

Handhabung des Papiers mit Archivhandschuhen, nach Angaben des Herstellers.

Verwendung PAT und ISO 9706/16245 zertifizierter Materialien für Lagerung und Transport.

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Die sieben Grundlagen meiner Abstrakten Fotografie

in: Abstrakte Fotografie — BerHWolf
Handgetanzt — Sinnliche Eigenwelten – Fragmente der Wirklichkeit

BerHWolf – No. 48, The Big Bunny Truce BerHWolf – No. 48, The Big Bunny Truce

1.

Die zu fotografierende Situation, das Motiv, ist nicht inszeniert.
Die Situation, das Motiv, wird für die Fotografie nicht manipuliert.
Das Fotografieren selbst ist die Inszenierung.

2.

Die Kamera, eine DSLR mit geeigneter Größe, Gewicht und Technik, wird in einer, oder mehreren, komplexen, sehr schnellen, durch das Motiv und die Beziehung zum Motiv motivierten (sic) Bewegung, frei mit der Hand geführt.
Der Bezug zum Motiv wird weder über den Sucher noch einen Monitor, sondern mit bloßem Auge hergestellt.

3.

Die Parameter und Automatiken der Kamera sind derart manipuliert, dass die Kamera, bestmöglich für diese Art der Fotografie, im passenden Moment scharf stellt, auslöst, belichtet und aufzeichnet.
Die effektive Belichtungszeit liegt bei maximal einer Sekunde, meist weit darunter.
Für jede einzelne Fotografie wird nur einmal ausgelöst.

4.

Das ursprüngliche, nicht flüchtige Motiv, die Situation, muss durch die Fotografie vollständig chiffriert, aufgelöst, abstrahiert werden.
Das ursprüngliche Motiv darf nicht mehr zu dechiffrieren sein. Das ursprüngliche Motiv wird zerstört.
Es dient nur als Ausgangsmaterial für das, duch die Aktion der handgeführten Kamera erst zu erzeugende, neue, temporäre Motiv.

5.

Das Ergebnis dieser Destruktion und Transformation muss dem Betrachter dennoch bildlichen, assoziativen Halt geben.
Trotz der nicht vollständig bestimmbaren Verhaltensweise der Kamera und der durch die Bewegung erzielten Belichtung während der Fotografie, darf die Fotografie selbst keine zufällige oder beliebige Komposition zeigen.
Im Gegenteil muss die Komposition das neue Motiv gezielt, klar und bewusst in den Vordergrund stellen.
Schon vor der Fotografie existiert eine Vorstellung von diesem neuen Motiv, welches wiederum der Auslöser war, genau diese Situation überhaupt auszuwählen (s.a. 2.).

6.

Unter den zahlreichen, in einem iterativen, rückkoppelnden, nur der Digitalfotografie möglichen Prozess aus Bewegung, Aufnahme, Grobkontrolle der Aufnahme an der Kamera, Optimierung der Bewegung, etc., entstehenden Aufnahmen eines Motivs, wird also diejenige Fotografie ausgewählt, welche den Anforderungen aus 4. und 5., sowie meinem Empfinden für Ästhetik und Gestaltung, am deutlichsten entspricht.

7.

Die RAW Aufnahme wird, wie in der klassischen analogen Fotografie, durch Optimierung von Schärfe, Farbe, Kontrast und Helligkeit, auf das Empfinden der erinnerten Situation hin digital entwickelt.
Die Aufnahme wird nicht, weder digital noch analog, durch Ausschnittveränderung, Verkleinerung, Montage, Entzerrung, Farbersetzung, Filter, etc., etc., etc. ... manipuliert.
Die entwickelte Fotografie entspricht unverändert der vom Kamerachip aufgezeichneten Geometrie und Komposition im Rahmen der Relationen des aufgezeichneten Farb- und Kontrastumfangs.
Ein Abzug der Fotografie wird von mir einmalig als Giclée mit UltraChrome HDR Pigmenttinte auf Photo Rag Baryta Papier angefertigt.


Der vollständige Prozess kann also beschrieben werden, als der von einer optisch destruierenden und transformierenden Aufzeichnung einer statischen, analogen Situation, mittels der analogen, einmaligen und nicht zu reproduzierenden Bewegung des bildgebenden digitalen Mediums im Raum, und somit ein prinzipiell beliebig manipulierbares und vervielfältigbares Abbild in der digitalen Domain erzeugender, dieses Abbild jedoch wieder optisch unverändert in die analoge Domain, einer einmaligen Ausgabe auf analogem, physisch fassbarem Material, transformierender Prozess.

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