Ξ  Xabu Iborian

Text Fotografie Video Graphitmalerei

Z e i t w a i s e

Das Ganze Ich

Da scheint kein Unterschied zwischen der einen Annahme, ich allein nur würde existieren, wäre Wirklichkeit – was auch immer dies genau bedeuten möge, und sicherlich müsste ich dann wesentlich mehr sein, als meine Wahrnehmung mich erkennen lässt – und all das was ich wahrnehme, all meine Interaktion mit der zwar postulierten, aber nicht als solcher akzeptierten, sogenannten äußeren Wirklichkeit, wäre nur eine erweiterte Manifestation meines Selbst, meiner inneren Wirklichkeit, und andererseits der Annahme, alles außerhalb meiner Selbst Wahrgenommene, sei tatsächlich unabhängig meiner Selbst, das Ich nur temporärer Teil des großen Ganzen, der ganzen Wirklichkeit – was auch immer dies genau bedeuten möge, und sicherlich müsste da draußen dann wesentlich mehr sein, als meine Wahrnehmung mich erkennen lässt – und eben nicht nur allein dies große Ganze sei.

Das eine wie das andere kann ich nicht schlüssig beweisen.
Und Andere können das schon mal gar nicht.
Genau deshalb macht es keinen Unterschied.
Weil, da ist kein Unterschied, kein wahrnehmbarer.
Egal welcher Annahme ich mich hingebe, egal welche Annahme gar als Rechtfertigung dieser oder jener Handlungsweise herhalten muss.
Es ändert nichts am großen Ganzen, nichts am Auskommen und nichts am Ausgang; nicht in meiner Wahrnehmung.

Töte ich im ersten Fall, töte ich einen Teil meiner Selbst.
Töte ich im anderen Fall, töte ich einen Teil des großen Ganzen.
In beiden Fällen töte ich einen Teil des großen Ganzen.
Warum sollte ich dies tun, macht es mich, mein Leben, doch in beiden Fällen ärmer.
Zeuge ich im ersten Fall, zeuge ich einen Teil von mir selbst.
Zeuge ich im anderen Fall, zeuge ich einen Teil des großen Ganzen.
In beiden Fällen zeuge ich einen Teil des großen Ganzen.
Das macht Sinn, bereichert es mich, mein Leben, doch in beiden Fällen.
Beeinflusse ich im ersten Fall, beeinflusse ich mich selbst.
Beeinflusse ich im anderen Fall, beeinflusse ich das große Ganze.
In beiden Fällen beeinflusse ich das große Ganze, und mein Leben, oder auch nicht.

Aber halt.
Ich übersah einen fundamentalen Unterschied, nicht in meiner Wahrnehmung, so doch in der Schlussfolgerung.

Sterbe ich im ersten Fall, stirbt das große Ganze.
Sterbe ich im anderen Fall, stirbt nur mein Selbst.

So sei im großen Ganzen ganz Du Selbst, denn so oder so, bist nur Du temporär.

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