Ξ  Xabu Iborian

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Z e i t w a i s e

Der Wechsel – Verwechslung – Silvie – 4

Der Zugang konnte lediglich mittels eines autorisierten Händeabdrucks geöffnet werden. Den besaßen natürlich nur die Angeschlossenen oder von ihnen ermächtigte Personen. Gleiches galt für die Türen zu den einzelnen Appartements. Silvie war nicht befugt, was jedoch kein Hindernis für sie darstellte. Sie wusste nicht mehr genau warum, doch sie hatte zu Beginn ihrer Beziehung Biometrie und Potential seiner Hände aufgenommen und konnte den Abdruck nun jederzeit von ihrem Interess abrufen. Wenn sie dies hier erledigt hatte, würde sie den Abdruck umgehend wieder entfernen; der nicht genehmigte Besitz fremder Originale wurde nicht geduldet. Je nach Grad des Abweichens erstreckte sich der Ausgleich vom Entzug der aktiven Verteilung, bis zum Austausch von Organ- und Körperteilen durch minderwertigen biomechanischen Ersatz. Bei einigen würde dies keinen Unterschied machen; andere würden den vermeintlich geringeren Ausgleich vorziehen.

Sie hörte wie die Tür schloss, eilte nach oben, platzierte ihr Interess an der vorgesehenen Stelle, öffnete und ging hinein. Ein Kinderspiel. Sie sah gerade noch, wie beide im Rundherum verschwanden und stieg in die nachfolgende Kabine.

"Die Route der Kabine vor uns!", fast nicht wahrnehmbar setzte sich das Rundherum in Bewegung.

In den geschlossenen Bereichen konnte sie die horizontalen Strecken nicht von den Vertikalen unterscheiden. Die Typen, von denen dieses Gebäudenavigationssystem ausgeklügelt worden war, hatten ganze Arbeit geleistet. Wenig später hielt die Kabine auf der entfernten Seite des Turmes, Ebene 337. Sie stieg vorsichtig sich umschauend in die Halle hinaus. Niemand war zu sehen. Die andere Kabine war noch direkt vor ihr. Sie hatten also nicht viel Zeit gehabt, in wessen Appartement auch immer zu gelangen. Es musste eine der ersten Türen in unmittelbarer Nähe sein. Sie dachte nach.

Solange die beiden zusammen im Zimmer waren, wollte sie ihm nicht begegnen. Aber sie wollte ihn auch nicht wieder verlieren. Ihr ursprünglicher Plan war gewesen, bei ihm einzudringen, ihn zur Rede zu stellen, zu bedrohen, und komplett seiner Habe zu berauben, inklusive der Klamotten die er auf dem Leib trug. Oder irgendetwas entlang dieser Zeilen. Es gab in ihrem Leben jedoch stärkere und schwächere Tage, deren Auftreten sie leider nicht vollständig steuern konnte. Die letzten und auch der aktuelle zählten zu den Schwächeren. Deshalb wollte sie ihm im Moment noch nicht wieder gegenüber treten, nach der Erfahrung vom letzten Mal. Er war ein Schmarotzer, aber ein verführerischer. O.k., so würde er denn Hemd und Hose behalten müssen. Aber was sollte sie tun? Eine Nacht in der Halle erschien ihr albern und behagte ihr ebensowenig wie der Gedanke an einen Nachtag in der Sub. Andererseits konnte sie nur herausfinden welche Tür zu ihm führte, wenn sie ihn durch diese sein Appartement verlassen sah. Wäre ihre Kabine nur schneller gewesen. Die Bit würde sie sowieso nicht wieder

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