Ξ  Xabu Iborian

Text Fotografie Video Graphitmalerei

Z e i t w a i s e

Der Wechsel – Verwechslung – Silvie – 2

Betrachten fest, dass entscheidend negative Aspekte seines Charakters nicht erschienen. So war es anscheinend möglich zu beeinflussen, was von einem übermittelt wurde. Alles ein großer Beschiss? Oder war Stefan eine Ausnahme? Was kümmerte es sie. Sie konnte dem ganzen Psychokult sowieso nichts abgewinnen.

Der größere Teil des Publikums verließ den Bereich vor der Bühne nach kurzer Zeit. Fünf Frauen blieben und zwei Männer. Das hätte sie Stefan nicht zugetraut, dass es auch Männer zu ihm hin zog. Sie führten ihre Hände in Vertiefungen am Bühnenrand und Stefan kniete bei jeder Person nieder um für einen kurzen Moment den Bereich vor den Vertiefungen zu berühren. Die Aktion wurde jeweils von einem wie Silvie fand lächerlich wabernden Pfeifen begleitet. Bei der Blonden, der er als einzige in die Augen sah, schwoll es zu einem lang anhaltendem Ton an und verklang auch nicht, als er die letzten beiden Wähler abschritt. Sichtlich enttäuscht zogen sich sechs zurück. Zwei hatten sich gefunden, oder waren gefunden worden? Silvie schüttelte sich; aber sie war ihrem Ziel ein Stück näher. Hoffentlich würden beide es eilig haben zur Sache zu kommen und hoffentlich war diese Sache Starfs Bett. Würden sie zu dritt sein?

Zur Taghalbe war sie Stefan im Transporter bis zum Turm gefolgt und hatte sich anschließend erkundigt, an welches Appartement er angeschlossen war. Erstaunlicherweise gab es in der Verteilung für diesen Turm keinen Eintrag für einen Stefan Arfankel oder Starf. War er erneut bei einem hörigen Weibchen untergekommen? So war ihr nichts anderes übrig geblieben, als ihn abzupassen um ihm bei nächster Gelegenheit hinterher schleichen zu können. Sie hatte gewartet in der Hoffnung, dass er heute den Turm noch einmal verließ, und sie nicht den ganzen Nachtag im Transporter verbringen müsste. Es wurde ein langweiliger Nachalb. Einmal war sie eingeschlafen, und dachte er wäre ihr entwischt. Mürrisch hatte sie weiter gewartet und sich, um nicht wieder einzuschlafen, mit dem Neurum verbunden. Am späten Tagab erschien er dann glücklicherweise tatsächlich und fuhr mit einem Autotransporter in Richtung Zentrum. Schläfrig hatte sie sich in ihrem Sitz hochgerappelt, hastig hochgefahren und folgte ihm bis in das Wagemuth.

Nun hoffte sie, die beiden beeilten sich und hielten sich nicht zu lange mit dem Vorspiel auf. Aber sie ließen sich nicht nur im Wagemuth viel Zeit, sondern hatten auch noch den Nerv, bis spät in den Nachtag durch den inneren Bereich der Ballung zu ziehen. Sie zog es schließlich vor, am Turm auf die beiden zu warten. Stunden vergingen.

Suche