Ξ  Xabu Iborian

Text Fotografie Video Graphitmalerei

Z e i t w a i s e

Der Wechsel – Blickwechsel – Starf + Silvie (Epilog Dialog) – 3

„Der aktivierte Wechsel. – Das passt zum Scan. Die teiltransparenten Böden lassen sich auch erklären. Doch das Drumherum? Wieder nur eine Projektion, die Dich abhalten sollte? Warum? Warum solltest gerade Du abgehalten werden?“

„Ja, und warum war ich überhaupt in dem Raum? – Scan?“

„Wir sind im Scanner?! – Binderdroge?“

„Das in der Halle war anders. Kann ich mir außerdem nicht leisten bei meinem Anschluss. Was für eine dumme Frage, Stefan. Du weißt, dass ich diesem Psychozeugs nichts abgewinnen kann. – Kam ich Dir so vor in den letzten Monaten?“

„Manchmal? – Ne, ehrlich, keinen blassen Schimmer, wie das zusammenhängt, was Du erlebt hast. Es sei denn, es hat die gleiche Ursache, wie Deine Wahrnehmung in der Halle. Ein ‚Warum‘ beantwortet das allerdings nicht.“

„Lag vielleicht auch an Dir, die letzten Monate… – O.K., das heißt, du kannst zumindest erklären, was in der Halle geschieht, mal abgesehen vom ‚warum‘. Halluzination? Implantat?“

„Nein, nicht was in der Halle geschieht, und auch nicht, was in den anderen Türmen geschieht; nur, wie Dein Erlebnis in der Halle zustande kam.“

„Ist doch schon mal was. Bin gespannt.“

„Sitzt Du bequem? Schätze es macht Sinn, am Anfang zu beginnen, am Zeitpunkt der ersten Entdeckung. Wird eine Weile dauern, das alles aufzurollen.“

„Welche Entdeckung?“

„Ist ungefähr dreihundert Jahre her. Der Mediziner, Zoologe …“

„Du willst mich weiter veräppeln. Vor dreihundert Jahren gab es einen Bezug zur aktuellen Situation in der Halle?“

„Nein, will ich nicht, aber da ist noch mehr als nur Dein Erlebnis in der Halle. Hör doch erst mal weiter zu. Das Thema wurde sogar in den frühen Übermittlungen gelehrt. Ansatzweise, bis zu einem gewissen Punkt jedenfalls.“

„Nicht das ich wüsste.“

„Eben.“

„Der dreihundert Jahre alte Medizinmann?“

„Dein Humor ist – so außerordentlich – frisch. Nein, er war nicht dreihundert Jahre alt, wäre aber drüber, würde er noch leben. Er hatte zwei Söhne, Zwillinge. Der eine entwickelte sich zwar verzögert, aber letztendlich doch wie erwartet; Verhalten, Lernen, Beziehungen, gewöhnlich und unauffällig. Der andere, Julian, war äußerlich nicht von seinem Bruder

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