Ξ  Xabu Iborian

Text Fotografie Video Graphitmalerei

Z e i t w a i s e

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Wirklichkeit, Wahrnehmung … und Realität? – Wirklichkeit, Wahrnehmung und Abbildung – 7

in: Abstrakte Fotografie — BerHWolf
Handgetanzt — Sinnliche Eigenwelten – Fragmente der Wirklichkeit

Dies birgt leider auch die Gefahr einer größeren Beliebigkeit.

Prinzipiell war und sind Manipulation und Beliebigkeit im Einsatz der gestalterischen Mittel jedoch auch ebenso analog möglich, und kein inhärentes Phänomen digitaler Technik.

In jedem Fall scheint der reinen wahrnehmungstreuen Fotografie zu fehlen, was die subjektive visuelle Wahrnehmung und die manuelle bildnerische Reproduktion ästhetisch oder intellektuell an weitergehender Befriedigung verschafft; selbst wenn diese mit dem Ziel erfolgt, entsprechend einer Fotografie, die Wirklichkeit wahrnehmungstreu abbilden zu wollen.


Auf dieser Ebene bietet mir meine abstrakte Fotografie das eine wie das andere. Die subjektive, vom Apparat losgelöste, visuelle Wahrnehmung vor und während der Fotografie, sowie die Befriedigung durch die, auch bei manueller bildnerischer Reproduktion, frei und in komplexen Mustern geführte Hand.

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Wirklichkeit, Wahrnehmung … und Realität? – Wirklichkeit, Wahrnehmung und Abbildung – 6

in: Abstrakte Fotografie — BerHWolf
Handgetanzt — Sinnliche Eigenwelten – Fragmente der Wirklichkeit

Die Wahrnehmung wird also entweder verzerrt abgebildet, was im Nachhinein nicht mehr als korrektes Abbild wahrgenommen werden kann, da ein spatialer Eindruck durch eine zweidimensionale Projektion nicht erreicht wird, sondern nur durch die Wahrnehmung zweier aus verschiedenen Winkeln entstandener Abbildungen eines Objekts, oder die Abbildung entspricht dem, was der Einäugige bzw. der Fotoapparat sieht.

Auch dies macht klar, dass jegliche fotografische Aufnahme, jede manuelle Wiedergabe, ja sogar die visuelle Wahrnehmung selbst, eine graduelle visuelle Abstraktion der Wirklichkeit ist.

Die weitreichenden Schlussfolgerungen, die sich aus all dem und speziell aus der weiteren bewussten oder unbewussten Verarbeitung dieser Projektionen durch das individuelle Nervensystem ergeben, sind eine wundervolle Basis für den kreativ frei Schaffenden.

Denn genau diese bewusste Verarbeitung und interpretierende Abbildung ist ihm erklärtes Ziel, nicht allein die scheinbar objektive Abbildung des visuell Wahrnehmbaren … die, wie oben beschrieben, sowieso nicht exakt möglich ist … eine Illusion im doppelten Sinne.

Mit meiner abstrakten Fotografie gehe ich einen weiteren Weg der möglichen Bildgebung, weder fotografisch wahrnehmungstreu abbildend noch auf inhaltlicher Ebene gezielt verarbeitend und interpretierend, sondern fotografierend direkt abstrahierend und transformierend.

Ein interessanter Aspekt digitaler Bildgebung ist, dass bei einer digital aufnehmenden Kamera nun ebenfalls eine Verarbeitung der Projektion nach dem Auftreffen auf das lichtempfindliche Material stattfindet, im Gegensatz zur unmittelbaren Speicherung der Lichtinformationen in einer chemisch sich verändernden Fotoemulsion. Bei einer Speicherung der digitalen Aufnahme im RAW Format erfolgt diese Verarbeitung allerdings ebenso wenig interpretierend. Nichts desto trotz eine in einem Prozessor gesteuerte Verarbeitung. Der Prozessor, der nur deshalb existiert, weil es das Nervensystem gibt.

Vielleicht ist es gerade deshalb für viele so interessant, eine Fotografie digital oder analog nachzubearbeiten, wobei die Methoden digitaler Manipulation einen weitaus größeren Spielraum, auf technisch einfache Art und Weise, einem viel größeren Publikum zur Verfügung stellen.

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Wirklichkeit, Wahrnehmung … und Realität? – Wirklichkeit, Wahrnehmung und Abbildung – 5

in: Abstrakte Fotografie — BerHWolf
Handgetanzt — Sinnliche Eigenwelten – Fragmente der Wirklichkeit

Ebenso in der Erinnerung und im Traum – wodurch die Wahrnehmung im Traum sich letztendlich von der Wahrnehmung im Wachen unterscheiden lässt.

Insofern erzeugt die Fotografie, wegen ihrer Direktheit, prinzipiell ein ziemlich objektives Abbild der visuell wahrnehmbaren Wirklichkeit, verglichen mit dem was der Verstand aus der Projektion in den Augen macht, wäre da nicht der Prozess der Selektion, Entwicklung und Nachbearbeitung, analog wie digital.

Die Abbildung des Gesehenen mit manuellen Methoden ist also das Abbilden einer oder zweier zweidimensionaler Projektionen, bzw. die zweidimensionale Wiedergabe eines räumlichen Eindrucks der im Kopf entsteht. Und das manuelle Abbilden einer Fotografie ist das Abbilden zweier zweidimensionaler Projektionen einer zweidimensionalen Projektion … ohne eine räumliche Komponente.

Weder Fotografie noch manuelle Abbildung erzeugen eine Kopie der Wirklichkeit – auch die Abbildung auf der Netzhaut nicht – und ihr Wahrheitsgehalt lässt sich nicht allein durch ihre Betrachtung ermitteln.
Natürlich nicht. Es wird nur oft übersehen. Das Gesehene ist nicht die Wirklichkeit. Das Gesehene, das sind zur Wirklichkeit in Relation stehende Lichtpartikel.

Vielmehr sind Abbildungen selber Bestandteil der Wirklichkeit und erzeugen wie im Falle der Fotografie maximal eine sehr gute Entsprechung der visuellen Wahrnehmung.

Was ist aber nun gemeint, wenn von naturalistischer visueller Abbildung gesprochen wird, also einer scheinbar exakten visuellen Wiedergabe nach der Natur?
Vielleicht sollte besser von wahrnehmungstreuer Wiedergabe gesprochen werden, wenn visuelle Abbildung der Wirklichkeit mit anderen Mitteln als den eigenen Augen gemeint ist.
Nur durch seine Augen kann der Mensch die Natur visuell wahrnehmen.

Eine exakte, zwei dimensionale Projektion einer spatialen Wahrnehmung ist jedoch genauso wenig möglich, wie die verzerrungsfreie Projektion einer Kugelfläche auf ein Blatt Papier.

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Wirklichkeit, Wahrnehmung … und Realität? – Wirklichkeit, Wahrnehmung und Abbildung – 2

in: Abstrakte Fotografie — BerHWolf
Handgetanzt — Sinnliche Eigenwelten – Fragmente der Wirklichkeit

Fotografie ahmt zwangsläufig den durch das Auge vermittelten visuellen Eindruck nach, die visuelle Wahrnehmung; denn die Optik des Fotoapparates basiert auf den gleichen Prinzipien wie die Optik des Auges.

Die Nachahmung ist exakter, als durch die manuelle Abbildung eines visuellen Eindrucks, da der Weg vom Abzubildenden zum Abbild direkter ist.
Das ist alles.
Ein scheinbar rein quantitativer Unterschied.

In Bezug zum Beispiel auf Geruch und Haptik einer Fotografie, einer Ölmalerei, gibt es jedoch qualitative Unterschiede, welche wiederum zur eigenen materiellen Wirklichkeit eines Bildes beitragen.

Doch jedwede Betrachtung einer Abbildung unterscheidet sich fundamental von der direkten visuellen Wahrnehmung der abgebildeten Situation mit eigenen Augen schon deshalb, weil eine Abbildung zweidimensional ist.

Aktueller, sogenannter 3D Film, versucht nur die Illusion einer räumlichen Wahrnehmung zu erzeugen; das was dort wahr genommen wird, erstreckt sich nicht wirklich in drei Dimensionen, anders als bei einem 3D Drucker, der diesen Namen auch verdient.

Tatsächlich vermitteln auch einige meiner Aufnahmen, bei Betrachtung des fertigen Druckes in einem entsprechenden Winkel und Abstand, einen minimalen holografischen Eindruck, bedingt durch die spezielle Aufnahmetechnik.

Eben diese Betrachtung einer Abbildung erfolgt jedoch in jedem Fall in einer neuen, eigenen, diese Betrachtung beeinflussenden Situation.

Das Bild und die Abbildung selbst haben ihre eigene Realität und Wirklichkeit unabhängig vom Abgebildeten; ebenso wie eine Plastik, bei der es anscheinend leichter fällt, diese als eigenständiges Objekt zu betrachten, losgelöst von dem was sie darstellt.

Wer würde gerne Musik hören, die ausschließlich versucht unsere Umgebungs- und Alltagsgeräusche nachzuempfinden.
Musik erscheint fast völlig losgelöst von der Wirklichkeit außerhalb ihrer selbst.

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Wirklichkeit, Wahrnehmung … und Realität?

Wirklichkeit, Wahrnehmung und Abbildung

in: Abstrakte Fotografie — BerHWolf
Handgetanzt — Sinnliche Eigenwelten – Fragmente der Wirklichkeit

Die durch diese Art der Fotografie erzeugte Abstraktion könnte, rein äußerlich, prinzipiell auch durch manuelle, indirekt bildgebende Methoden erreicht werden, wie z.B. der Malerei.

Dies wäre jedoch eine Abstraktion die dadurch entstünde, dass Gegenständliches geplant abstrahiert oder frei komponiert würde, oder dadurch, dass entsprechende optische Eindrücke in der Vorstellung visualisiert werden.

Um jedoch die durch meine Fotografie erzeugte Abstraktion, und den dort hin führenden Prozess, mit den Mitteln manueller Methoden nachzuempfinden, müsste eine entsprechende visuelle Wahrnehmung durch Bewegung der Augen und des Kopfes oder des gesamten Körpers herbeigeführt und direkt abgebildet werden.

Da sich diese visuelle Wahrnehmung jedoch im Moment der Bewegung nicht unmittelbar umsetzen lässt, sondern – sofern überhaupt – nur aus der Erinnerung, ist eine vollständige Analogie manuell nicht zu erreichen.

Zwischen Erinnerung und indirekter manueller Wiedergabe steht immer die intellektuelle oder emotionale, bewusste oder unbewusste Interpretation.
Augen, Kopf, Hände.

So bezeichne ich diese Art, der durch die spezielle Handhabung der Kamera erzeugten Abstraktion, diese unmittelbare Abstraktion der Wirklichkeit durch den Prozess des Fotografierens, auch als direkte, intuitive oder reine Abstraktion.

Die Auswahl der Situation, das kompositorische Abschätzen der Situation sowie der geeigneten Handhabung der Kamera, die anschließende Selektion der einen Aufnahme unter vielen, unterliegen jedoch ebenso Augen, Kopf und Händen.
In dieser Hinsicht ist jede Fotografie subjektiv, interpretierend und abstrahierend.

Fotografie bildet generell die Wirklichkeit genauso wahr oder unwahr ab, wie eine manuell erstellte Abbildung.

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Wirklichkeit, Wahrnehmung … und Realität? – Fotografie, Abstraktion, Quanten – 2

in: Abstrakte Fotografie — BerHWolf
Handgetanzt — Sinnliche Eigenwelten – Fragmente der Wirklichkeit

Die Aufnahmen entstehen nicht durch Langzeitbelichtung sich bewegender leuchtender Objekte oder durch Mehrfachbelichtungen, auch wenn manche Fotografien bei oberflächlicher Betrachtung so erscheinen mögen.

Ich bewege keine Leuchtkörper vor der Kamera um Spuren des Lichteinfalls über eine Zeitspanne hinweg aufzunehmen.
Ebenso geht es mir bei meiner Aufnahme nicht darum, Objekte verschwommen oder verwischt, und dadurch bis zu einem gewissen Grad abstrahiert, aber dennoch als jene Objekte erkennbar, abzubilden.

Es geht mir auch nicht darum, vorhandene abstrakt wirkende Lichtszenarien wiederzugeben oder durch Loslösung aus ihrem Bezugssystem abstrakt wirkende Ausschnitte und Detailsituationen, oder Lichteffekte wie zum Beispiel Verzerrungen, Flimmern und Spiegelungen im oder durch Wasser hindurch – oder um Feuer oder Wolkenformationen – , Motive, deren fotografische Abstraktion nicht durch den aktiven Prozess der Fotografierens bewirkt wird, sondern durch die Abbildung einer von sich aus abstrakt wirkenden Situation; eine passive Abstraktion.

Ich abstrahiere auch nicht durch nachträgliche Bearbeitung und Verfremdung der Aufnahme – weder analog noch digital – und ich erzeuge auch keine Abstraktion des Gegenständlichen als solchem – der Begriff selbst schon eine Abstraktion – durch freie Kombination vom Gegenständlichen abstrahierter Eigenschaften, z.B. mit Mitteln Software basierter Bildgestaltung.

Das Werkzeug, welches ich für die Bilderzeugung verwende, ist allein die Kamera.

Mein Ziel ist die vollständige Transformation der visuellen Wahrnehmung der Situation, durch Abstraktion mittels direkter und aktiver Fotografie.
Die Überführung der schon mit Bedeutung und Beziehung versehenen abstrakten Fragmente, allgemein bekannt als vertraute konkrete Gegenstände der Wirklichkeit, in abstrakte Fragmente vorerst unbekannter neuer Bedeutung und Beziehung.

Ich abstrahiere – entferne – nicht, um eine visuelle Verallgemeinerung der Situation zu erreichen, sondern um die Wahrnehmung von etwas völlig neuem zu ermöglichen.

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Wirklichkeit, Wahrnehmung … und Realität?

Fotografie, Abstraktion, Quanten

in: Abstrakte Fotografie — BerHWolf
Handgetanzt — Sinnliche Eigenwelten – Fragmente der Wirklichkeit

Meine Art der abstrakten Fotografie ist Fotografie in technischer Hinsicht, weil ich mich des Werkzeugs Fotoapparat, einer digitalen Spiegelreflexkamera, sowie fotografischer Verarbeitungsmethoden bediene. Der eigentliche Prozess des Fotografierens, die Wahrnehmung des Motivs, die Führung der Kamera, ist jedoch weitaus mehr charakterisiert durch die intensive Beziehung zwischen Hand, Augen, Wahrnehmung während des Malens oder Zeichnens, als in der klassische Fotografie.

Durch die vorgefundene Situation motivierte, gezielte, intensive Bewegung der Kamera, gestalte ich nicht nur eine Übertragung, sondern eine Transformation des von mir ausgewählten Motivs – eines visuellen Fragments der mich umgebenden Wirklichkeit – in die fotografische Abbildungsebene.

Mehr noch, hält die Kamera nicht etwa meine Wahrnehmung dieser durch Zeit und Raum vorgegebenen Situation der Wirklichkeit fest, sondern entfesselt die zu fotografierende Situation in Zeit und Raum durch den Vorgang der Bewegung, einer Bewegung, mit der ich dem zu fotografierenden Motiv erst seine vollständige Gestalt gebe. Ein Motiv, das nur für den Moment dieser Bewegung existiert, dessen Wahrnehmung in diesem Moment allein der Kamera möglich ist. Ein Vorgang, der unmittelbar auch zu einer Abstraktion der ursprünglichen Situation führt.

Die einzelne Aufnahme in diesem Prozess ist nicht immer ausreichend zu bestimmen. Die antizipierte Transformation gelingt meist nur durch Näherung, durch eine Vielzahl von Aufnahmen, in einer Art rückkoppelnder Iteration – Bewegung, Aufnahme, Grobkontrolle der Aufnahme an der Kamera, Optimierung der Bewegung, etc. –, aus denen ich im weiteren Verlauf selektiere.

An anderer Stelle vergleiche ich dies mit dem gezielt geworfenen Pfeil, der ins Schwarze trifft – oder daneben, je nach Sichtweise. Im Gegensatz zum Pfeil, der gezielt zur Scheibe getragen und ins Schwarze oder daneben gesteckt wird.

Jeder Wurf, jede Fotografie, ein nicht auch nur annähernd in identischer Weise, mit gleichen Mitteln zu reproduzierendes Ereignis; nicht in dem Sinne identisch wiederholbar, wie beispielsweise die Portraitaufnahme in einem Studio.

Das Werk entsteht während der Aufnahme, allein durch die Art der Aufnahme; die digital entwickelte Fotografie wird von mir nicht weiter bearbeitet.

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Wirklichkeit, Wahrnehmung … und Realität? – Lyrik und Poesie der Abstraktion – 2

in: Abstrakte Fotografie — BerHWolf
Handgetanzt — Sinnliche Eigenwelten – Fragmente der Wirklichkeit

Zeitweise ergeben sich dadurch Aufnahmen sehr spontan – so spontan, dass ich später beim Sichten und Entwickeln nicht mehr feststellen kann, wie, wo und was ich fotografiert habe.

Zufall und Notwendigkeit gehören jedoch zum Konzept.
Das Wissen um die aufgenommene Situation ist anschließend nicht mehr relevant.
Die gelungene Transformation ist das Entscheidende.

Die Transformation der Visualisierung des Wirklichen, Greifbaren, Erkennbaren in die Vision des nicht unmittelbar Greifbaren, Abstrakten – einer nicht minder realen Wirkung.
Das Eine wie das Andere verwurzelt in der Realität der Dinge.

Eine nachträgliche „künstl(er)i(s)che“ Aufarbeitung findet nicht statt.
Die abstrakte Fotografie entsteht beim fotografieren; ausschließlich.

Die Selektion der einen Aufnahme unter vielen jedoch, wird durch die gleichen Kriterien bestimmt, die jeder bewussten Gestaltung zu Grunde liegen.

Diese Vorgehensweise ist meine Entscheidung.
Meine frei gewählte Beschränkung, über die Aufnahme hinaus, nicht weiter einzugreifen.

Und genau in dieser Hinsicht gibt es eine weitere Ebene der Betrachtung, die mich fasziniert.
Trotz aller – scheinbaren – Abstraktion und der folgenden Transformation durch die Art der Fotografie, bilden diese Aufnahmen eben faktisch und unverfälscht, wirkliche, gegenständliche Situationen ab, unabhängig davon, ob ich diese erkenne oder in der Transformation etwas anderes Neues wahrnehme – direkt visuell oder indirekt fühlend.

Letztendlich gilt dies natürlich für jede visuelle Wahrnehmung.
Letztendlich erscheint jede visuelle Wahrnehmung zuerst abstrakt, und sie bleibt es solange, bis ich etwas mit ihr verbinde, etwas das außerhalb dieser visuellen Wahrnehmung liegt.

Jede visuelle Darstellung ist eine graduelle Abstraktion des Dargestellten, eine Abstraktion der durch die Augen und den Verstand vermittelten Wirklichkeit.

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Wirklichkeit, Wahrnehmung … und Realität?

Lyrik und Poesie der Abstraktion

in: Abstrakte Fotografie — BerHWolf
Handgetanzt — Sinnliche Eigenwelten – Fragmente der Wirklichkeit

Die intensive und spezielle Art des Lichteinfalls, der Beleuchtung, der Lichtreflektion, sind es, die mich visuell faszinieren, Erinnerung und Wiedererkennen evozieren.

Ein vertrauter, wundervoller Moment, durch dessen Magie ich mich bewusst vereinnahmen lasse und der das Potential zum Ertanzen einer entfesselten Aufnahme hat.

Aus diesem Moment gezielter Aufmerksamkeit auf die Szenerie entfacht der kreative Kick.


Ich gestalte, konstruiere oder verändere nicht.

Die Situation wirkt so, wie sie ist, für andere vielleicht verborgen, gewöhnlich und – scheinbar – unscheinbar.

Mit der Fotografie versuche ich die Wirkung dieses Augenblicks festzuhalten, durch Transformation meiner Wahrnehmung der im Licht betonten konkreten Fragmente äußerer Wirklichkeit, in eine eigene, sinnlich, poetisch überhöhte Realität – eine lyrische Abstraktion dieser Fragmente.

Die ursprüngliche Situation ist der Auslöser, das Tor zur erweiterten Wahrnehmung der Wirklichkeit – dieser Kulisse der Realität.

Die Fragmente verlieren dabei ihre ursprüngliche Objekthaftigkeit, Funktionalität und Bedeutung, und werden zum visuellen Medium einer noch abstrakten Realität neu wahrzunehmender Objekte und Empfindungen.

Diese transformierte Realität erschließt sich nicht durch einen nur flüchtigen, konsumierenden Blick, ebenso wenig, wie sich einem ein anderer Mensch durch einen nur flüchtigen oder anonymen Kontakt erschließt.

Der ganze Prozess – die Aufnahme und die folgende Entwicklung – ist bis auf das technisch notwendig Rationale, von Erinnerung und Emotion, von Intuition geleitet.
Emotion hier nicht im Sinne eines inneren Überschwanges der Gefühle, sondern im Sinne einer Empathie den Dingen gegenüber.

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Wirklichkeit, Wahrnehmung … und Realität? – Vorwort – 2

in: Abstrakte Fotografie — BerHWolf
Handgetanzt — Sinnliche Eigenwelten – Fragmente der Wirklichkeit

So ist auch der folgende Text nicht Konzept meiner abstrakten Fotografie, sondern der Versuch einer weitergehenden Betrachtung und eine Beschreibung des Prozesses, von der auslösenden Situation zur Aufnahme zur Ausgabe; mit einem kleinen Abzweig zum Thema Wahrnehmung und Abbildung im Allgemeinen.


Die Existenz der Wirklichkeit ist jedoch unabhängig von visuellen Befähigungen und die Wahrnehmung von Realität hängt nur bedingt von ihnen ab.

Mit dem Begriff Wirklichkeit bezeichne ich in diesem Text alles was uns umgibt, alles was auf uns wirkt, alles von dem anzunehmen ist, dass es auch ohne den einzelnen Wahrnehmenden existiert.

Mit dem Begriff Realität bezeichne ich in diesem Text die Wirklichkeit, und alles was unsere Wahrnehmung und Vorstellung daraus machen.

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Wirklichkeit, Wahrnehmung … und Realität?

Lyrische Abstraktion mit den Mitteln entfesselter Fotografie

Vorwort

in: Abstrakte Fotografie — BerHWolf
Handgetanzt — Sinnliche Eigenwelten – Fragmente der Wirklichkeit

BerHWolf – No.50 – Decision Cut Future BerHWolf – No.50 – Decision Cut Future

Ich verwende den Begriff „Lyrische Abstraktion“, weil er eine nützliche und grobe Zuordnung zu einer bestehenden Stilrichtung des Abstrakten ermöglicht, wenn auch im Bereich der Malerei begründet, deren auf einer improvisierenden Art und Weise der Ausführung beruhende visuelle Aspekte in meiner abstrakten Fotografie, auf einer allgemeinen Ebene, eine gute wenn auch nicht erschöpfende Entsprechung finden.

Unabhängig davon hätte ich Begriffe wie lyrische oder auch poetische Abstraktion für meine Art abstrakter Fotografie erfunden, gäbe es diese nicht schon, ebenso wie auf einer technischen Ebene „Direkte Abstraktion“ oder allgemein „Intuitive Abstraktion“ im Sinne von unmittelbar, oder aber „Reine Abstraktion“, nicht etwa als Gegensatz zum Unreinen, sondern im Sinne von unbeeinflusst, unbeeinflusst von Formalismen, oder doch „Transformierende Abstraktion“; wohl wissend, dass diese Begriffe ebenfalls schon in Verwendung sind.

Dies gilt gleichermaßen für den Begriff „Entfesselte Fotografie“, wenn dieser auch in dem von mir beschriebenen Zusammenhang bisher nicht gebräuchlich ist.

Zusammenfassend beschreibe ich all dies mit dem ganz wundervollen Begriff „Handgetanzte Fotografie“. Den gibt es noch nicht. Danach sucht aber auch noch keiner.

Doch was sind schon Begriffe? Begriffe!

Warum das alles?

Es ist meine Art, Wahrnehmung, Empfindung und Gedanken zu formulieren – nicht allein als Bild zum Ausdruck zu bringen, muhahaha –, meine Art, von mir assimilierte Realität in die Wirklichkeit zurück zu transpirieren.
Text, Fotografie – Abstrakte Fotografie –, Video und Graphitmalerei, so wie ich sie ausführe, sind offensichtlich die Mittel meiner Wahl.

Die gegenständliche, realistische … statische Darstellung, erscheint mir oft … zu laut … zu konstruiert … in der Ruhe der Dynamik, der Bewegung, der Abstraktion, ist meine Wahrnehmung … klarer.
In Bewegung, sich verändernd, im Wechsel, entsteht Erkenntnis.

Warum öffentlich? Weil es ein inhärenter Bestandteil des Prozesses ist; woraufhin sich ganz natürlich die nächste Frage anschließen könnte.

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