Ξ  Xabu Iborian

Text Fotografie Video Graphitmalerei

Z e i t w a i s e

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Der Wechsel – Wechselspiel – Silvie + Starf – 4

Aus der Ferne, offenbar noch von weit vor ihr kommend, hörte sie jetzt ein gleichmäßiges Zischen, unterfüttert mit einer kräftigen Bassfrequenz, die ihre Innereien in unbehagliches Schwingen versetzte; die sie mehr spürte, als akustisch wahrnahm. Die Intensität beider Klänge verstärkte sich geringfügig, aber stetig.

Vereinzelt sah sie Personen in der Halle, die wirklich von Panik ergriffen schienen, die Münder weit geöffnet und wild mit den Armen rudernd, wodurch sie jedoch nichts erreichten, und von den Nachfolgenden unnachgiebig und unbeachtet einfach weiter geschoben wurden. Alle anderen stierten beinahe glücklich und gelassen geradeaus. Erst jetzt viel ihr auf, das sie keinerlei Stimmen wahrnahm. Sie öffnete den Mund, sprach, schrie, hörte aber nichts.

Zwischen die sie umgebenden Köpfe hindurch gelang ihr ein Blick in die Tiefe der Halle. Sie erschrak, hatte den Eindruck, ihr Puls würde einen Schlag überspringen. Am Ende der Halle, und anscheinend weiter weg, als die Halle lang erschien, klaffte ein gigantisches, düsteres Loch im Gebäude. Sie konnte keinen Himmel erkennen. Gleich einem Schwarm Heuschrecken sah sie die Menschen in der Dunkelheit verschwinden.

Augenblicklich versuchte sie sich mit ganzer Kraft gegen die Bewegung zu stemmen, konnte dem Strom der pressenden, scheinbar bewusstlosen Menge nicht ausreichend standhalten, driftete jedoch immerhin, wie ursprünglich geplant, weiter zum Rundherum. Was, wenn sie daran vorbei trieb? Wann würde sie an der Reihe sein? Ausrasten oder cool bleiben? War das alles ein schlechter Witz? Scheiße. Auf jeden Fall klar bleiben. Beten oder Pumpgun? Keine Frage. Sie rutschte den Rucksack über ihre Schultern und Arme nach vorne, öffnete ihn, und gewahrte aus den Augenwinkeln, wie ein paar Gestalten den Kopf zu ihr drehten. Sie sah auf und schaute in reglose, weit geöffnete Pupillen.

Mit Armbewegungen, die sie nahezu in Zeitlupe ausführte, entnahm sie ihre Pumpgun, schloss den Rucksack wieder, schob ihn sich zurück auf den Rücken, hob die Waffe mit beiden Händen über ihren Kopf, zielte vor sich und … drückte den Abzug. Kein Geräusch. Kein Rückschlag. Die Gestalten folgten mit gebanntem Blick ihrem Tun, zeigten aber zu ihrer Erleichterung keine weitere Reaktion. Sie richtete ihre Augen nach oben und beobachtete, wie das Geschoss aus dem Lauf schwebte und weiter vorwärts durch die Luft kroch. Sie verzog ihren Mund zu einem wabernden, irren Grinsen. Immerhin die Richtung stimmte. Kurzerhand ließ sie die Waffe los und tatsächlich blieb sie frei über ihrem Kopf hängen. Konnte es sein, dass sie noch immer träumte? Stellte sich dir im Traum die Frage, ob du träumst? Würde das Geschoss die Dunkelheit vor ihr erreichen? Entnervt und sprachlos glitt sie am Rundherum vorbei. Der nächste Zugang war weit entfernt.

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Der Wechsel – Wechselspiel – Silvie + Starf – 3

Wann hatte sie das letzte Mal gegessen? Es grummelte ganz außerordentlich in ihrem Magen. Sie war wieder am Anfang. O.K., zuerst die Physe, dann die Psyche. Und da sie nun schon im Nassraum stand, wurde ihr drängend bewusst, da war noch mehr, das nach draußen wollte.

Rasch stellte sie sich vor den Einfang, lehnte mit einer Hand gegen die Wand, spreizte geübt mit zwei Fingern das Klett zwischen ihren Beinen, ergab sich dem abrupt ansteigenden Druck und ließ, während sich ihre Blase mit geradem, fast perfekt geführtem 45° Strahl in die Freifeldführung entleerte, den erlösenden Wechsel von Kontraktion in Relaxation wohlig über sich ergehen.

Erleichtert, hungrig und mit dem Willen, ohne weiteres Nachdenken, dieses Gebäude so schnell wie möglich zu verlassen, stieß sie sich von der Wand ab, schloss den Klett, lief aus dem Nassraum hinaus, zurück durch die hinderliche Schleuse, und den Flur des unverkennbar schon freigeschalteten Appartements hinunter. In ihrem Appartement hatte sie die Schleuse deaktiviert, entgegen den Vorgaben, wie so vieles.

Am Ende angelangt, riss sie die Tür zur Halle auf, kippte leicht nach hinten, anstatt weiter nach draußen und verharrte augenblicklich. Verwundert betrachtete sie die an ihr vorbei ziehende Menschenmasse. Klar, die starke Zunahme an Aktivität in den Türmen war normal, sobald ein Zugang wieder neu hergestellt worden war. Aber dies hier. So viele Leute, die anscheinend zielstrebig in eine Richtung liefen, wie hypnotisiert, mit starrem Blick und schlaffer Gestalt? Würde sie in den Augen der anderen genauso wirken, wenn sie sich in diesen schier endlosen, dichten Fluss einließe? Momentan war ihr zumindest ebenso taub zumute. Schnell fasste sie sich wieder.

Der Eingang zum Rundherum war schräg gegenüber. Wie konnte sie, ohne mitgerissen zu werden, durch diese wälzende Wand aus Körpern gelangen? Die Strömung war kräftig, doch was blieb ihr anderes zu tun? Stellte sich die Frage, war es effektiver, sich langsam zwischen die wenigen Lücken zu schlängeln oder mit voller Kraft zur anderen Seite durchzuschlagen. Wie sollte sie es angehen? Konnte sie es angehen? War das ein Vorgeschmack von Panik? Nein, sie nicht. Stattdessen dachte sie kurz an ihre Pumgun. Aber dies wäre wohl zu drastisch. Eine beunruhigende Erinnerung machte sich zudem erneut bemerkbar. Egal. Los.

Sie schritt energisch durch die Türöffnung, wurde aber, quasi wie erwartet, prompt und widerstandslos mitgerissen, konnte ihren Weg nicht mehr frei bestimmen, ruderte im Affekt hilflos mit Armen und Beinen. Was war das nun wieder? Sie blickte nach unten. Ihre Füße glitten über den Boden, obwohl sie nicht die Ursache ihrer Bewegung waren. Ganz toll, dachte sie, klasse, und bemühte sich, die nun doch ein wenig aufkommende Panik in Schach zu halten. Was zum Sack hatte das alles zu bedeuten? Sie probierte den Verlauf ihres Schwebens mit den Armen zu beeinflussen, stieß aber nur an die anderen.

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Realität Kunst

„Kunst wird bestimmt durch den Menschen, durch das Individuum.
Durch das Individuum, und seine Wechselwirkung mit sich und allem anderen.
Kunst ist die durch einen Menschen individuell wiedergegebene Realität der durch diesen Menschen individuell wahrgenommenen Wirklichkeit.

Kunst ist nicht objektivierbar.
Wäre sie objektivierbar, gäbe es keine Kunst.
Es gäbe nur diese eine Wirklichkeit.

Diese eine Wirklichkeit, so wie sie für jene Lebewesen erscheint, die sich ihrer selbst, ihrer Existenz, nicht bewusst sind.
Doch dem Menschen, und nur diesem, ist die Wirklichkeit in einer unendlichen Anzahl Realitäten denkbar, ist Kunst denkbar.“


Esrox Kazen, „Die Realität in der Kunst Wirklichkeit", sch. 2053

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Fragen über Fragen

„Der Mensch unterscheidet sich letztendlich nicht fundamental von allen anderen Lebewesen.
Er entnimmt seiner Umwelt Stoffe und modifiziert diese in einer Art und Weise, die ihm für seine Existenz notwendig erscheinen.
Sei es Nahrungsaufnahme, Überleben, Nestbau, Sex, Kultur oder Kunst.
Der entscheidende Unterschied zu den anderen Lebewesen besteht in seiner Fähigkeit, all das was er tut, oder nicht tut, in Frage zu stellen.“


Karl Soroni, „Die Erkenntnisstörung“, sch. 2053

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Alles ist Eins

„Machen Sie sich bewusst, dass Sie nicht nur Eins sind; machen Sie sich bewusst, Sie sind eine Vielzahl; unter anderem, eine Vielzahl von Zellen, die in unablässigem Informationsaustausch zueinander stehen, permanent kommunizierend, in fortwährender Bewegung.

Wäre dies nicht der Fall, würden Sie, diese Vielzahl, im wahrsten Sinne des Wortes zerfallen, nun, früher oder später ist dies der Zustand, den zweifellos jeder Mensch erreichen wird, der Zustand, zu dem er unaufhaltsam hin fortschreitet.

Versuchen Sie einmal sich diese vielen Zellen vorzustellen, diese vielen Zellen die Sie sind, versuchen Sie es intensiv, betrachten Sie Ihren Körper dabei.
Und dann, versuchen Sie sich vorzustellen, aus welchen Stoffen diese vielen Zellen bestehen mögen, und wie ohne Nachlass und zu jeder Zeit und überall in Ihrem Körper, diese Stoffe sich bewegen und miteinander austauschen.
Gehen Sie anschließend eine Dimension tiefer, auf die Ebene der Teilchen, welche diesen Stoffen resonant Existenz verleihen. Die Teilchen und Wellen mit denen Sie unaufhörlich schwingen, die Ihnen Masse und Energie verleihen.

Erweitern Sie nun Ihre Perspektive, sehen Sie auf und gehen Sie den gleichen Weg mit allem, das Sie außerhalb Ihrer selbst wahrnehmen, mit all dem, dessen stetig kommunizierender Bestandteil Sie in Ihrer Vielzahl selbst sind.

Und schließlich, machen Sie sich bewusst: e = m * c2
Masse und Energie sind Eins.
Sind Schwingung.“


Kaskadenteil Chen, „Der Weg“, xib. 2203

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Should I Stay or Should I Go

That’s all too complicated, isn’t it?
Einmal noch über Los gekickt.
Like chess in „Mensch ärgere Dich nicht“ mode.
Worte in großer Rochade.
In der Hitze der Polarisation.
Springer und Bauern im Doppellauf mit Staffel Stab.
Ringend Kontrolle Versagen.
Die Ahnen des Schams begrüßen milchende Rinder.
Im grell Dunkel wässrig bunter Stau Stufen.
Überhoben.
Fits of unembarrassed audacity.
Unintentionally.
Self.
Induced Exposure.
In Cat Like Mirrors.
Schiller plays Kurt.
A mistuned grand pinao.
Shouts.
Snaps at cakes of snow.
Defäckte Tiere auf Traum A Tisch.
Mist Taken.
Human Beings.
In Best Form.
Well, Well, Well.
Traum Haft Wirklichkeit.

No Fun Intended.
Or was it?

Lightning Bugs conditioned by Stormy Weather.
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In meinem Raum – 2

ein lebendiges Gefühl, gehen und sehen, hören und riechen, Sonnen strahlen wärmende Wärme des Bodens duftet durch meinen Körper, schwingt mit der wohltemperierten Luft die meine Haut zum Lachen bringt in endlos glücklicher Resonanz; wenn meine jüngere Tochter singt ist es genauso. Meine ältere Tochter konnte schon vor Verschulung Vertikutierer sagen und lernt nun Heilendes im Umkreis von segelnden Booten. Immer im Kreis von Mensch, Leid und Glück. Ich bin froh und möchte fliegen, über Seenketten gleiten und zwitschernd den lieben Gott einen guten Mann mit langem Bart … Aber wo kämen wir dahin. Wäre es so einfach. Hahaha.

Toten tanzen zum Stakkato hagelnder Kugeln um goldene Kälber. Katzengold. Swingende Kontinentalplatten. Erstarrte Breakdanceposen unter Trümmern zusammen erbrochenener gebrochenener Zukunft. Ah, geh. Lavasurfen, schwindelnder Betrug im Maßanzug völlig losgelöst. Sicher an Diäten labern. Du, das unbekannte Wesen aus einer anderen Welt. Was strömt mir da entgegen. Wenn es sogar der Lachs schafft. Schlaff sacht. Trommelwirbel. Ich möchte mit dem Wolf tanzen, Bäume umarmen, mit der Sonne strahlen, im Regen Freude verströmen. Kann ich noch mehr?

Kein Wunder, ein Kind meines bevorzugten Breitengrades im nur künstlerisch vermiesmuschelten Paradies so weit entfernt von Adam und Eva. Vielleicht hätten wir dort bleiben sollen. Irgendetwas hat uns vertrieben. Irgendwer. Es. Wir. Die Spezies mit der sich selbst vorgaukelnden energiegeladenen Eiweißmasse. Auf dem heißen Berg ist es viel zu unscharf und Schrödingers Katze gibt es nachweißlich mindesten zweimal. Na, dann ist doch alles gut. Die Unendlichkeit trifft sich endlich selbst. Klein und groß. Geburt und Tot. Nicht notwendiger Weise in dieser Reihenfolge, auch wenn es logisch erscheint. Tot geboren. Tod geborgen. Geborgtes Leben. Vergeht. Vergeben. Vergeblich. Vergilbt. Schalker Beigeschmack. Womit wir wieder bei der Suppe wären. Ursuppe. Zum schwimmen verurteilt ohne Führerschein. Lizenz zum freischwimmen. Das Los des Makels. Nicht Fisch nicht Fleisch. Vegetarier. Was wollt ihr noch? Starker Tobak kann tödlich sein, so wie das Leben.

Lügen kann ich nicht, nur beschreiben was weder noch wirklich wahr sein muss. Alle Antworten liegen in mir und ich liege neben dir. Ein endloser Monolog fehlerhafter Worte die fehlen dir und mir wenn wir uns zusammen Nichts zu sagen hatten. Wenn Gefühle nicht mehr reichen, verstreichen. Streicher streichen streichelnde Melodien in den blauen Himmel und wieder herunter. Ein höheres Wesen gibt es in allen Kulturen, gibt es ein höheres

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Der Wechsel – Verwechslung

Ryka

Beständiges Rauschen und Summen umgab Ryka, überlagert von einem gleichförmigen Stimmengewirr, obwohl niemand direkt mit jemand anderem sprach. Der im inneren Bereich der Ballung typische, durchdringende Geruch, wurde verursacht durch eine Mischung aus den Dämpfen der Synthoküchen, der durch die elektromagnetischen Felder bewirkten Ionisation der Luft und der Ausdünstungen der sich an diesem Ort tummelnden Menschen – überwiegend Verteilernomaden und Händler. Die meisten der Nomaden eilten nur hindurch um einen Zugang herzustellen, oder einen Zugang aufzufrischen. Angeschlossene aus den Türmen waren selten anzutreffen.

Erfahren bewegte sie sich zwischen den dicht an dicht stehenden Händlern und ihren mobilen Verbindern, gewohnt ihr unter dem Ansturm der Zugangsangebote flackerndes Interess zu ignorieren. Niemand sprach sie direkt an. Eine derartige Kontaktaufnahme würde hier auf Ablehnung stoßen. Händler und Verbinder erzeugten ein System, welches nahezu untrennbar war. Sie konnte weder als Verteilernomadin noch als Händlerin identifiziert werden. Kaum jemandem wäre möglich gewesen auf ihren Status zu schließen, selbst dann nicht, wenn er Zugang zu ihrem mehrfach verschlüsselten Genom hätte.

Erneut vergewisserte sie sich, über die Brusttasche ihrer Jope tastend, dass sie die etwa handgroße Folie noch bei sich trug. Vierzehn Jahre waren vergangen, vierzehn Jahre in denen das planetare Netz vorbereitet worden war. Fünf Jahre zuvor hatte sie sich gegen die ursprüngliche Bestimmung entschieden und eine Verbindung aufgebaut. Sie war auf dem Weg, das was sie damals begonnen hatte, heute zu beenden. Gleichzeitig war dies ihr Abschied. Sie würde nie wieder zurückkehren.

Sie hielt inne. Hier musste es sein. Hier, wo das Gedränge am dichtesten wirkte. War es Zufall, dass die Händler sich ausgerechnet an dieser Stelle konzentriert niedergelassen hatten? Linkerhand zwischen zwei Mauern führten schmale Stufen in die Tiefe. Sie blickte um sich. Niemand schien sie zu beachten. Während sie hinab ging, spielten ihre Finger einer Melodie folgend über das Interess, woraufhin sich am Ende der Treppe ein Schott auftat. Sie zögerte einen Moment, blieb vor der Schwelle stehen und drehte sich noch einmal um. Über ihr das Gewimmel von Menschen, die das Interesse an direkter Kommunikation überwiegend verloren hatten. Sie wusste nicht, ob die Aktivierung des Netzes die vorhandenen Tendenzen verstärken, oder ob die neue Dimension eine weitreichende Veränderung einleiten würde. Sollte sie sich geirrt haben, war es immer noch möglich das ursprüngliche Vorhaben fortzuführen.

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Schwarz Weiß

Großer Raum
Weiß
Eine Bank in der Mitte
im Kreis
zwei Tischchen
Dunkel
gegenüber dem Spiegel
vier Blumen
rot, grün
blau, blass
verdorrt
Ein Gesicht
mit
Lachen
davor
streicht die Hand über
vom Schein
verdeckte Silbrigkeit
streicht
sich selbst
über
den Tau an der Scheibe
Harmonisch durcheinander
Fotos auf Platten
und Leben
erwacht
Die Tür geht auf
Menschen streben
Hier hinauf
Voll Wonne in die Sonne
lachenden Stimmen
strömt es
füllt sich das Zimmer
froh
Großer Raum
Schwarz
.






Xabu Iborian: Schwarz Weiß (Soothing Depths below Shallow Aerial)
Schwarz Weiß

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Der Wechsel – Verwechslung – Suzan + ? – 2

zu geben. Niemand hatte es mehr gewagt seine nackte Haut für längere Zeit dem Einfluss der Sonne auszusetzen, so dass künstliche, kontrollierbare Sonnen benutzt wurden um den gewünschten Effekt zu erzielen. Ihre Haut jedenfalls war von Natur aus braun und sie würde nie auf die Idee kommen sie aufzuhellen. Welchen Effekt wohl das immergleiche Licht der Sub hatte?

Das Gebilde schien unverändert in der Mitte des Raumes und sie lehnte in der Türöffnung und starrte gebannt hinüber. Etwas von dem Kaffee in der Küche könnte sie jetzt gut vertragen, sie hatte nicht viel geschlafen in der letzten Nacht. Das Licht ging von einer Art Rahmen aus, einem ovalen Rahmen, so groß, dass er ein Hindurchgehen erlaubte. Weder hing das Ding, noch war für sie ersichtlich, wie es auf dem Boden lagerte. Der Moment in dem es umkippte, musste unmittelbar bevorstehen. Tatsächlich sah es so aus, als ob es über dem Boden schwebte.

Es hatte in den vergangenen Jahrzehnten erstaunliche Fortschritte in der Bionik gegeben, aber von der Möglichkeit ein nicht lebendiges Ding zum Schweben zu bringen, war ihr bisher in keinem Wissenstransfer berichtet worden. Die ultimativen Entdeckungen im Bereich der Physik lagen fast hundert Jahre zurück, soweit sie wusste. Ihr Lebenstil mochte allerdings dazu beitragen haben, dass sie nicht auf dem aktuellsten Stand der Entwicklung war.

Sie erinnerte sich an weitere Einzelheiten aus ihrer Kindheit. Die Geschichten und Aufnahmen ihres Großonkels Jasper. Dort hatte sie ähnliches gesehen. Leute wurden unter dem Einfluss eines solchen Lichts anscheinend langsam aufgelöst, verschwanden schließlich, und tauchten an anderer Stelle den Vorgang umkehrend wieder auf. Jasper erzählte es werde bald möglich sein, ohne sich zu bewegen von einem Ort zum anderen zu gelangen; und von anderen unglaublichen Projekten. Trotz des offensichtlichen Widerspruchs in dem was er sagte, faszinierten seine Worte ihr kindliches Gemüt. Und die Aufnahmen? Gespielte Szenen, Filme zur Ablenkung, wie sie damals üblich waren? Oder Material aus dem Institut an dem er als Physiker arbeitete. Ihr Großonkel verstarb kurz nach ihrem achten Geburtstag. Es war die erste endgültige Trennung von einem ihr sehr nahe stehenden Menschen. Sie verbrachte mehrere Tage wie katatonisch im Bett, nicht begreifend, dass sie die Stimme ihres Onkels nie wieder hören würde. Später wurde ihr schwindelerregend klar, es würde auch einen Zeitpunkt geben, nach dem ihre eigene Stimme niemand mehr wahrnähme und die Welt um sie herum, ebenso wie sie, aufhörte zu existieren. Seit damals hatten sie keine Geschichten wie die ihres Onkels mehr erreicht, auch keine Informationen über Realisierungen. Mit zunehmendem Alter schwand allerdings ihre Aufmerksamkeit in diese Richtung. Es hatte weitaus bedeutendere reale Entwicklungen gegeben und andere Ablenkungen die ihr Interesse weckten. Harklaam war nur eine von vielen.

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Frust

Frust ist ein Gefühl
Der Hering ein Fisch
Eine grüne Wiese steht
Auf dem Tisch
In mir ein Gewühl
Die Kerze brennt
bis sie abgebrannt ist
oder
bis man sie AUSMACHT
MACHT bis es Kracht
und man dann Aufwacht
Frust ist auch nur ein Gefühl
Es ist schwül
Hetero
Bi
Homo
Homogenisierte
Milch
Pasteurisierte
Menschen
Na wenn schon
Frust ist kein Gefühl
Frust ist Frust
Hast Du das
noch nicht
gewusst?
.

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Fuchs

Der Vogel streift
durch blauen Himmel
Sechs Pferde verfolgen
im Schritt
Einen fliehenden Fuchs
zu suchen
In der City
Herrscht
Stark eingeengt
stinkendes Gewimmel
Menschen
sterben
Ihr Leben
In den Häusern
Träume in Gefahr
Drei Spatzen jagen den
Raben
Die Musik verwundert
Ameisen
Auf dem Hügel
ich sitze
Wird mir klar
Leben ist ein graben
Suchen tief und weit
Ich bin bereit
zu springen
zerspringen
den Graben
zerspringen
zersprengen
so ein Berg entstehe
ergefunden
Der Fuchs stolpert und bricht sich das Genick
auf der Stelle tot
entlebt
laichiger Gestank in
der City
verdrängt, verdrängt, verdrängt, verdrängt
Verdrängt
steigt er empor wie nie
zuvor
.

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