Ξ  Xabu Iborian

Text Fotografie Video Graphitmalerei

Z e i t w a i s e

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Ape Won – Alles ist Fremd – 4

Schweißtropfen auf seiner Stirn glitzern im streifenden Licht der Sonne, das aus dem Schlafraum durch einen Türspalt scheint.

„Ja was? Nun sind Sie ja doch herein gekommen.“

„Ich war ungeduldig und erinnerte mich. Für einen Moment hatte ich vergessen. Ich kam von draußen zu Ihnen, aus der Sonne. Draußen ist Krieg.“

„Und ich hatte gehofft, das hätten wir geklärt. Deshalb wollten wir doch wieder raus, damit Sie sehen: da ist kein Krieg.“

„Sie glauben mir nicht.“

„Das hat wenig mit Glauben zu tun.“

„Da haben Sie Recht. Genau aus diesem Grund sollten wir nicht hinaus gehen. Das wäre heute das dritte Mal.“

„Das dritte Mal. Sie haben vor mir schon bei drei anderen geklopft? Oder waren Sie heute drei mal draußen ... trotz Krieg.“

„Das ist schwer zu sagen. Drei, vielleicht waren es auch vier oder sechs.“

„Sie machen eine kleine Rundtour, hm? Haben sie denen auch erzählt, draußen sei Krieg?“

„Das war mein Anliegen, doch ich kam zu spät.“

„Querschläger, nehme ich an.“

„Das wäre eine Möglichkeit.“

„Mein guter Mann, Sie haben ein Problem.“

„Das ist nicht meine Entscheidung. Wir haben beide ein Problem. Draußen ist Krieg.“

Ich greife das Revolution aus meiner Hosentasche, streichele es wach und hohle die aktuellen Nachrichten nach vorne.

„Schauen Sie, wäre draußen Krieg, warum wird das hier nirgendwo erwähnt? Wäre eine unschlagbare Schlagzeile!“

„Sie vertrauen den Bildern dieser Maschine, mir aber vertrauen Sie nicht? Erscheint Ihnen dies nicht bizarr?“

„Erfahrung. Sie kenne ich nicht. Aber wir können ebenso gut aus dem Fenster gucken, oder besser noch, ganz direkt und wie verabredet, hinaus gehen, zum Cafe am Ende der Straße schlendern. Ich lade Sie ein. Was halten Sie davon?“

„Sie denken, diesen Datenschwarm einschätzen zu können? Aus Erfahrung? Wie lange leben Sie schon? – Sie sollten besser nicht zum Fenster hinaus sehen.“

„Die Querschläger.“

„Unter Anderem.“

„War klar. Da fällt mir ein, das muss der Bezug sein von dem Sie sprachen. Ich schaute aus dem Fenster, kurz bevor ich ihr Klopfen wahrnahm.“

„Erstaunlich, dass Sie sich das gemerkt haben.“

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Ape Won – Alles ist Fremd – 3

„Aber Sie haben an meine Tür geklopft, und nicht ich an Ihre.“

„Vertrauen Sie jedem, der an Ihre Tür klopft?“

„Warum haben Sie nicht geklingelt?“

„Das hätten Sie überhört.“

„Sie waren sehr ausdauernd. Woher wissen Sie, – was rede ich eigentlich mit Ihnen? Was wollen Sie mir verkaufen? Staubsauger, Jesus, Schnaps? Ist das überhaupt noch üblich? Tür zu Tür?“

„Alles was Ihnen bisher geschah, konnten Sie auf vorausgegangene Ereignisse zurückführen, egal wie weit zeitlich oder räumlich entfernt. Ihr Leben hatte in jedem Moment einen, wenn auch noch so kleinen, Bezug zu ihrem bisherigem Leben, habe ich recht?“

„Machen Sie jetzt den Verschwörer, hm? Das Geschäft mit dem Krieg vor der Haustür als Bonus? Was für eine Frage. Keine Ahnung, könnte wohl so sein, noch nicht wirklich drüber nachgedacht. Ich führe kein Buch über mein Leben. Entweder Sie kommen jetzt rein, oder ich komme zu Ihnen hinaus und wir gehen etwas spazieren. Tolle Sonne heute wieder. Wird Ihnen gut tun; mir sowieso.“

„Das ließe sich vielleicht arrangieren.“

„O.k., warten Sie einen Moment.“

Ich klappe die Tür zu und ziehe den Riegel knarzend, scharrend, klackend in die Falle.

Das Klopfen beginnt erneut. Ich gehe zwei Schritte zurück, drücke den Riegel wieder heraus, ein Knall auf Metall, drücke die Klinke, ziehe die Tür auf.

„Kennen Sie mich?“

„Nun warten Sie doch mal kurz, bin gleich wieder zurück, hole nur Schlüssel, Portemonnaie und Teledings.“

„Sagen Sie, kennen Sie mich?“

„Nein, woher sollte ich Sie kennen?“

„Und, Sie finden das nicht verwunderlich, dass ich an Ihre Tür klopfe?“

„Doch schon, Klingeln erscheint mir jedenfalls weniger verwunderlich, aber darüber können wir auch spazierend unter blauem Himmel plaudern.“

„Ja, Sie haben vermutlich recht. Erhoffen Sie sich Nichts. Das Reden wird überschätzt. Am Anfang war das Ding, nicht das Wort. Und das Ding zeugte, was das Zeug hielt. Ich warte. Bitte beeilen Sie sich.“

Wir starren uns an.

„Ein Clown zu viel heut Morgen?“

Abermals klappe ich die Wohnungstür zu, erspare dem Riegel die Falle. Schlüssel, Portemonnaie und Revolution liegen auf dem Küchenwagen. Auf dem Weg zurück verteile ich die Dinge des Lebens in meine Hosentaschen, hebe den Kopf, und da steht er vor mir. Der Mann. Im Flur. Kleine

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Ape Won – Alles ist Fremd

An zwei Monitoren vorbei blicke ich auf das alte Kastenfenster und seine zwei Glasscheiben. In der unsichtbaren Sommersonne angenehm leuchtend grüne, stumme Blätter, lassen meinen Blick verharren bis ihr Abbild beginnt zu solarisieren. Eine erfrischende Ahnung von klarem, blauem Himmel. Stille. Windstille. Nordseite. In der Wohnung gegenüber läuft, wie so oft, ein Zeichentrickfilm. Die Zeitanzeige, links unten auf dem rechten Monitor, 11:21. Ich bin ein Kind der Sonne. Sonnenschein macht mich glücklich, wahnsinnig glücklich. Auch damals, zu Fuß die Ngong Road entlang, in heißes Feucht getaucht, kurz vor dem Ertrinken in dieser scheinbar stagnierenden Wärmeflut, hatte ich keinen Hass auf die Sonne. Im Gegenteil. Sterben mit der Sonne glühenden Wärme auf meiner Haut, muss eine angenehme Art und Weise sein das Licht auszuschalten.

Klopfen im Hintergrund. An der Tür? Ja, muss die Tür sein. Klopfen an der Tür. Aber wer oder was klopft , und warum? Ich erwarte nichts und niemanden. Klopfen. In beinahe regelmäßigem Abstand nun. Klopf, klopf, klopf. Ob das mal aufhört? Warum klopfen und nicht klingeln? Ein Zwerg? Gut, ich schnappe mir die weiße Fahne, schiebe die Maus nach vorne, stehe auf, gehe durchs Zimmer, die Küche - ein paar Kinder spielen kichernd mit dem Fußball auf dem Parkplatz zwischen den Häusern -, in den Flur. Da klopft wirklich jemand auf die Wohnungstür. Vor dem Spion steht ein großer Mann mit dunklem Gesicht, Nickelbrille, kurzem, graumeliertem Vollbart und noch kürzeren blonden Haaren. Er trägt einen schwarzen Anzug mit makellos weißem Hemd unter dem Sakko und einen hell rosa Schlips. Sein Anblick fasziniert mich. Ich drücke den Riegel aus der Falle, ein Knall auf Metall, und öffne vorsichtig die Tür. Wir schauen uns in die Augen. Meine schweifen kurz ab. Nackte, umwerfend schöne Füße. Ein wohliges Gefühl schwärmt in meinen Kopf.

„Draußen ist Krieg!“

„Was? Wovon reden Sie?“

„Lesen Sie keine Zeitung? Fernseher, Radio, Internet?“

„Letzteres. Draußen ist kein Krieg.“

„Woher wissen Sie das?“

„Nicht aus der Zeitung.“

„Das sagten Sie bereits.“

„Also …“

„Unschuldige Menschen sterben.“

„Machte das einen Unterschied, Schuld oder Unschuld?“

„Nehmen Sie Passagierflugzeuge. Hunderte unschuldige Menschen, die nichts ahnend umher fliegen, stürzen vom Himmel.“

„Von wem sonst. Nichts ahnend? O.k., aber woher wissen Sie, dass die alle unschuldig sind? – Diesen Krieg meinen Sie. Die Ukraine.“

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Der Wechsel – Blickwechsel – Starf + Silvie (Epilog Dialog) – 4

Kasimir zu unterscheiden, zeigte jedoch überdurchschnittliche Fähigkeiten bei der Orientierung, Erinnerung und Mustererkennung. Seine Reaktionen gegenüber der Umwelt ähnelten denen, welche ein halbes Jahrhundert später im Zusammenhang mit autistischem Verhalten beschrieben werden sollten. Und er sprach nicht. Eine körperliche Behinderung konnte ausgeschlossen werden.“

„Er sprach nicht? Gar nicht? Nie? – Ist das ungewöhnlich? Eine so unterschiedliche Entwicklung bei Zwillingen?“

„Nicht zwangsläufig, doch für die meisten Zwillingspärchen trifft das wohl zu, speziell bei Eineiigen – der Unterschied war damals aber nicht bekannt. Trifft noch mehr zu, sofern die Zwillinge so eng und behütet zusammen aufwachsen, wie diese Beiden. Wie auch immer, Dr. Selbiger befand ihre Verschiedenheit, genauer gesagt die Entwicklung Julians, offensichtlich bedeutend genug, um nach den Ursachen zu forschen.“

„Verständlich. Die Meinung der Mutter war eher unbedeutend, hm?“

„Vor dreihundert Jahren? Jedenfalls, der Mann war Vater, Mediziner, Zoologe und Professor der Chemie, also mehrfach motiviert, herauszufinden, wie es zu dieser auffallend unterschiedlichen Entwicklung hatte kommen können. Von den vergangenen Generationen beider Familien wurde keine derartige Ausprägung eines Verhaltens überliefert. In Selbigers Aufzeichnungen wird auch kein schwerwiegend abweichendes Ereignis während des Heranwachsens der Kinder beschrieben – die Zeit der Schwangerschaft bleibt allerdings unerwähnt. Selbiger hatte zwar weitaus weniger Möglichkeiten, als die Psychologie und Hirnforschung hundert Jahre später, aber selbst das ist genug, um uns beide zu überfordern, würden wir da tiefer einsteigen, denke ich mal, deshalb …“

„Du unterschätzt mich. Welch ein Zufall übrigens, dass der Mann Zoologe und Arzt war.“

„Ääähm, nein. Lass es mich anders formulieren. Bis ins letzte Detail kenne ich die Zusammenhänge ebenfalls nicht. Zufrieden? Der Stamm hat ein paar Spezialisten, die sich über die Jahre intensiv mit dem Thema beschäftigt haben. Aber wenn Du möchtest, ein bisschen Luft habe ich noch. Also weiter. Die Geschichte ist reich an Zufällen. – Auch so ein närrisches Konzept.“

„Das musst Du jetzt nicht näher ausführen, könnte uns überfordern. – Er wird ja offensichtlich etwas Bemerkenswertes herausgefunden haben; die Entdeckung, nehme ich an.“

„Ach Silvie. – Nein, erst später. Keine der frühen Untersuchungen zeigte Ergebnisse, die zu einer Erklärung beitrugen, warum der eine Junge – und jetzt komme ich zu dem Punkt, dem Hauptpunkt, den ich noch gar nicht erwähnt habe – warum Julian nicht nur ein dem Autismus ähnliches

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Der Wechsel – Blickwechsel – Starf + Silvie (Epilog Dialog) – 3

„Der aktivierte Wechsel. – Das passt zum Scan. Die teiltransparenten Böden lassen sich auch erklären. Doch das Drumherum? Wieder nur eine Projektion, die Dich abhalten sollte? Warum? Warum solltest gerade Du abgehalten werden?“

„Ja, und warum war ich überhaupt in dem Raum? – Scan?“

„Wir sind im Scanner?! – Binderdroge?“

„Das in der Halle war anders. Kann ich mir außerdem nicht leisten bei meinem Anschluss. Was für eine dumme Frage, Stefan. Du weißt, dass ich diesem Psychozeugs nichts abgewinnen kann. – Kam ich Dir so vor in den letzten Monaten?“

„Manchmal? – Ne, ehrlich, keinen blassen Schimmer, wie das zusammenhängt, was Du erlebt hast. Es sei denn, es hat die gleiche Ursache, wie Deine Wahrnehmung in der Halle. Ein ‚Warum‘ beantwortet das allerdings nicht.“

„Lag vielleicht auch an Dir, die letzten Monate… – O.K., das heißt, du kannst zumindest erklären, was in der Halle geschieht, mal abgesehen vom ‚warum‘. Halluzination? Implantat?“

„Nein, nicht was in der Halle geschieht, und auch nicht, was in den anderen Türmen geschieht; nur, wie Dein Erlebnis in der Halle zustande kam.“

„Ist doch schon mal was. Bin gespannt.“

„Sitzt Du bequem? Schätze es macht Sinn, am Anfang zu beginnen, am Zeitpunkt der ersten Entdeckung. Wird eine Weile dauern, das alles aufzurollen.“

„Welche Entdeckung?“

„Ist ungefähr dreihundert Jahre her. Der Mediziner, Zoologe …“

„Du willst mich weiter veräppeln. Vor dreihundert Jahren gab es einen Bezug zur aktuellen Situation in der Halle?“

„Nein, will ich nicht, aber da ist noch mehr als nur Dein Erlebnis in der Halle. Hör doch erst mal weiter zu. Das Thema wurde sogar in den frühen Übermittlungen gelehrt. Ansatzweise, bis zu einem gewissen Punkt jedenfalls.“

„Nicht das ich wüsste.“

„Eben.“

„Der dreihundert Jahre alte Medizinmann?“

„Dein Humor ist – so außerordentlich – frisch. Nein, er war nicht dreihundert Jahre alt, wäre aber drüber, würde er noch leben. Er hatte zwei Söhne, Zwillinge. Der eine entwickelte sich zwar verzögert, aber letztendlich doch wie erwartet; Verhalten, Lernen, Beziehungen, gewöhnlich und unauffällig. Der andere, Julian, war äußerlich nicht von seinem Bruder

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Der Wechsel – Blickwechsel – Starf + Silvie (Epilog Dialog) – 2

mehr ändern – ist vielleicht sogar von Vorteil. Da Du nun schon mal hier bist, füttere ich Dir halt gleich die ganze Geschichte. – Apropos, kannst Du mir erzählen, wo Du warst und warum Du erst jetzt in diese Menschenmenge geraten bist? Ich dachte, Du hättest den Turm längst verlassen?“

„Wenn ich das so genau wüsste …, aber Du bist ja noch anderweitig beschäftigt. Implantierte Realität? Was heißt das? Von wem?“

„Ja, die ganze Zeit schon, mehr oder weniger.“

„Unsinn. Du erzählst immer noch Unsinn. Aber o.k., ich warte. Was soll ich auch anderes tun.“

„Moment, ich bekomm das hin, muss nur noch … bin gleich … für Dich da. An diesem Punkt ist eh Schluss, so wie es aussieht. Bleibt auch für mich nur Warten – für uns. – Unglaublich was da abgeht.“

„Gut, setzen wir uns.“

„Auf den Boden?“

„Jupp.“

„Stühle gibt es hier anscheinend keine, und auch sonst nicht viel.“

„Ähm, jedenfalls nicht wirklich.

„Du willst mich veräppeln.“

„Der rosa Apfel, korrekt.“

„Also, ich habe da eine Pumpgun im Rucksack und – ich war sowieso ziemlich sauer auf Dich, und …“

„Ah, komm, immerhin hab ich Dich grad gerettet.“

„Vor einer Halluzination.“

„Nicht ganz. – Wohin bist Du so still abgezogen, während … nachdem Jochen sich verabschiedet hatte?“

„Ich weiß es nicht.“

„Du weißt es nicht.“

„Das ergibt alles keinen Sinn. Ich erinnere mich, neben euch zu hocken, konnte irgendwie durch die Ebenen schauen, war klasse, dann das Rundherum. Plötzlich stehe ich wieder in dem Raum mit diesem Teil, dem Wechsel, und, dieses Wesen vor mir, in mir, was weiß ich, vor dem Wechsel … ein strahlendes Licht im Wechsel? Ich halte die Pumgun in den Händen …“

„Dein Teufel? Hast Du ihn erledigt?“

„Blödmann. Den Part bekomme ich nicht klar. Als nächstes erwache ich auf dem Boden, nackt, benommen, mit dicken Kopfschmerzen und der Erinnerung an einen irren Traum. Der Raum ist leer, nur mein Kev und der Rucksack sind zu sehen. Ich klaube mich auf und mir wird schlecht. Nassraum, raus aus dem Appartement, rein in die überfüllte Halle. Hilfloses Schweben in der Menge. Der Zugang zum Rundherum ist quasi versperrt. Ich treibe die Halle entlang, und in der Ferne klafft ein Loch in der Wand, durch das alle verschwinden. Ganz toll. Den Rest kennst Du anscheinend.“

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Der Wechsel – Wechselspiel

Starf + Suzan

Operieren wie geplant, oder noch zu heiß? Suzan und ich gehen den Flur zum Ausgang hinunter und im Schritt meiner Beine regt sich, knapp zwei Meter über dem Boden, mein Cortex Praefrontalis, um den Aktivitäten im Cortex Insularis und Gyrus Cinguli entgegenzusteuern. Oh mein lieblicher rosa Apfel, auf was hast Du Dich da nur eingelassen.

Suzan schmiegt sich an mich und spätestens jetzt sollte mir klar sein, ich muss eine Lösung finden, wie ich vorerst aus der Nummer effizient wieder raus komme. Das Übliche und doch immer wieder frisch. Cogitare, cogitare, cogitare. Alternativ, all das ignorieren, mit Suzan ins Zentrum gleiten und ein paar Spannen absenken? Nein, zuerst Jochen. Und der Scanner? Gut, zuerst der Scanner. Das eine führt zum anderen, wahrscheinlich. Kein Zweifel, dass er nochmal zurück ist, auf der Suche nach dem Wechsel. Oder doch schon unterwegs zum Stamm? Klare Gedanken wo seid ihr? Hallo? Ist da noch wer? Wer weiß? Ich? Ich könnte ihr alles erklären – so ist der Plan – sie begleitet mich kurz, Statuscheck, Jochen markieren und abwärts ins Innere. Tief in der Sub abrauschen, das ganze Zeug beiseite schieben, so ungestört wie letzte Nacht, nur vertrauter. Alter, reiß Dich zusammen. Also, ich nehme sie nicht mit zum Scanner und ich erkläre ihr nicht alles. Noch nicht. Ich könnte ihr die Augen verbinden, die Ohren stöpseln, den Mund knebeln, sie an meine Ringe ketten, ein Spiel, die versprochene Überraschung! Wäre dann welche? Noch ganz klar im Kopf? Ich brauch dringend eine Auszeit, Eiszeit. Das Biogese Projekt. Ich hätte mich besser sofort in diese Richtung bewegen sollen. Weg vom Stamm. Doch konnte ich seine Bitte abschlagen? Seine Bitte! Und was bringt mir der Gedanke im Moment? Nichts. Warum denke ich ihn dann?

Ich schließe die Tür. Suzan, hinter mir, führt ihre Fingerspitzen unter meinen Achseln hindurch, gleitet ihre weit gefächerten Handflächen auf meine Brust und lehnt ihren Kopf in meinen Nacken. Ooohhh Mann.

Gegenüber, die Kabinen des Rundherum; weder Jochen noch Silvie sind zu sehen, stattdessen ungewöhnlich viele Angeschlossene. Gut, Änderung des Plans, die schlichte Variante. Ich drehe mich vorsichtig um, sie lässt ihre Arme sinken, sieht in meine Augen.

„Suzan, gib mir zwei Stunden und lass uns dann im Nachbrand treffen, o.k.?“

„Ah, soviel zur Überraschung!“

„Schau, die Ringe sind echt lästig. Die müssen ab und ich muss hier meinen Job zu Ende bringen. Überraschung folgt.“

„Also ich find die Ringe süß. PARK und der Stamm, Legenden werden wahr.“

„Spar Dir den Spot. Wie auch immer, mit güldenen Ringen in die Sub wäre absurd, wirklich.“

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Die imperative Hypothese des kategorischen Pfeifenbläsers – 3

Kriminelle Machenschaften zum Nachteil der Allgemeinheit und der Verrat an der Allgemeinheit; ein längst schmutziges Nest, in dem die Allgemeinheit zu versinken droht. Doch wer entscheidet, was, in welchem Zusammenhang, wie zu bewerten ist, wem widerspricht, welche Regel von wem gebrochen wird, wer wen und was verraten hat? Eine Erörterung ohne Ende, in den ebenso schmutzigen Schützengräben der stets überzeugten Ideologen. Eine Illusion von allgemeingültigen Regeln und Kriterien, für dieses oder jenes Handeln. Der kategorische Pfeifenbläser bewertet nicht. Er bläst die Pfeife, um öffentlich zu machen, was im allgemeinen Interesse ist. Informationen allgemeinen Interesses sind Informationen, die eben diese Öffentlichkeit, die Allgemeinheit, direkt oder indirekt zum Thema haben. Sofern ich eine Welt ohne klandestine Informationen will, muss ich eben genau diese Informationen öffentlich machen. Der kategorische Pfeifenbläser, der sein Wissen, seine Informationen, allen zur Verfügung stellt, ist ein Spion im Auftrag aller, ein Multispion. Nein, kein Spion. Ein Wächter im eigenen Auftrag, ein Wächter im Dienste Aller, der seine Pfeife für die Allgemeinheit bläst, den Ort des konspirativen Geschehens verrät, unter den Tisch gekehrte Informationen wieder hervorkehrt und, nicht zuletzt, die Allgemeinheit um Unterstützung bittet.

Würden nun alle wachen und auf dieser Pfeife blasen, käme das tatsächlich einer Zugänglichkeit aller Informationen für jedermann und jedefrau gleich; Erkenntnis und Wissen für alle, eine Welt frei von Informationen intra muros und darauf aufbauenden Missbrauch-, Macht- und Verteilstrukturen, frei von Verrat, Misstrauen, Unterdrückung und Abhängigkeit. Die Hypothese von einer gleichberechtigenden Welt für alle, durch allgemein zugängliche Informationen allgemeinen Interesses jedweder Art für alle. Eine Welt ohne Geheimnisse, ist widerspruchsfrei eine Welt ohne Geheimnisse.

Wer die Möglichkeit hat, bestimmt die Regeln, imperativ, egal ob Individuum, Gruppe, oder Allgemeinheit; was meist auf das selbe hinaus läuft, da es immer die Allgemeinheit ist, die den Einzelnen oder die Gruppe legitimiert. Wo kein Maßstab ist, wo keine Anschauung ist, wo Willkür herrscht, da endet Verhalten in einer dunklen Sackgasse.

Die Frau, am Tisch zwischen Baustelle und Café, liebkost noch immer feinfingernd die Tastatur unter ihren Händen, leicht nach vorne gelehnt, den Kopf im Nacken, gebannt Blicke wechselnd mit dem ihr gegenüber sitzenden Monitor. Der junge Mann im himmelblauen Stretch-Shirt vibriert weiterhin

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Die imperative Hypothese des kategorischen Pfeifenbläsers

In einem Café mitten in Berlin, das Moleskine Notebook aufgeklappt auf dem Tisch vor der raumhohen Verglasung, den Stift in der einen Hand, die Tasse Cappuccino in der anderen. Nahezu salzloses Wasser fließt meinen Oberkörper hinunter, in einer Menge, die in keinem Verhältnis steht, zur relativ trockenen, luftgekühlten Haut der letzten zweieinhalb Stunden, der letzten 45 km im Sattel bei 38 Grad im Schatten – der Bereich zwischen Sattel und Ritze nicht eingerechnet – und einer zur Hälfte über meinem Kopf entleerten Flasche Wasser. Die Luft ist kühl, der Kaffee ist heiß. Auf der anderen Seite der Glasscheibe, nur wenige Meter entfernt von hitzeresistenten, im schwülen Freien weilenden Gästen, erhebt sich eine Baustelle im Schatten des Papstes Rache. Im Blickfeld streichelt eine Frau zärtlich, rhythmisch die auf ihrem Tisch liegende Tastatur. Sonntagabend. Die Stadt scheint menschenleer. Flucht vor der Hitze oder dem vorgewarnten Sturm, der jedoch nicht kommen mag, oder der letzten Fallout Warnung, die mir entgangen ist. Im Hintergrund spielt Bowies „The man who sold the world“. Rechts neben mir nimmt ein junger Mann in himmelblauem Stretch-T-Shirt Platz, verkabelt mit obligatem Ohrhörer, vertieft in seinen smarten Identitätsscanner, den er vor sich ablegt; kein Getränk für ihn. Das wässrige Sekretieren lässt langsam nach. An der Innenseite meiner eben noch vollen Tasse hängen ein paar wahrscheinlich leckere, aber kaum erreichbare Milchschaumreste. Spricht der junge Mann zu seinem Apparat? Ein kurzes Vibrieren erfasst den, sich über die gesamte Länge der vollverglasten Caféfront erstreckenden Stehtisch. Der Junge, in Richtung Vibrator gebeugt, scheint diesen tatsächlich immer wieder kurz anzusprechen. Links und rechts hinunter am Tisch entlang verteilt, stieren sieben der zwölf dort gebeugt Weilenden auf ihre handlichen Befriediger. Am Tisch neben der zärtlich fingernden, auf eine flickernde Oberfläche vor sich hin starrenden Frau, unterhalten sich tonlos drei Frauen, während sie, ihre Schminkgeräte fixierend, auf diesen herumgesteln. Die Welt hat definitiv an Faszination gewonnen. Die Menschen sind informierter, gesünder, fitter, glücklicher, zufriedener, sie leben länger, haben mehr freie Zeit, zeugen mehr Nachkommen? Zugegeben, nicht alle Menschen, nicht all dies in gleichem Maße. Mehr oder weniger auf Kosten derer, die nicht gesünder und zufriedener länger leben, doch nicht weniger, wenn nicht noch mehr Nachkommen zeugen?

Prinzipiell steht es jedem frei, nachhaltige Produkte aus fairem Handel, statt kurzlebigem Ausbeutergut zu erwerben und zu verwenden, sich für ein auf Nachhaltigkeit bedachtes Finanzinstitut zu entscheiden, anstatt für ein rücksichtslos Investierendes, ja innerhalb der Stadt gehend, die eigenen

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Der Wechsel – Wechselspiel – Jochen + Es + Der Klang – 5

heraus leuchtend im Rhythmus seines eigenen, laut bebenden Herzschlages … besetzt mit hin und her zuckenden, mannshohen Augen, unter schwellenden, eisig glimmenden, gallertig transluzenten Gewebefalten; Augen, die ihn immer wieder anstarrten, zwischen dem langsamen Auf und Ab ihrer reptilischen Lider, versuchten ihn zu fixieren mit ihren nervösen Blicken … ein waberndes Zellgebilde, umgeben von ungeduldig peitschend schlängelnden Auswüchsen; zuckend sich räkelnde, augenlose Würmer mit geräuschvoll schnappenden, triefenden Mündern voll pfeilspitzer Zähne … und direkt über dem Gallert treibend, ein riesiger, unbeständig sich neu modellierender Klumpen Hirnmasse, dessen in alle Richtungen versprühten, beißend süßlich riechenden, sämigen, gelblich weißen Sirup, die tobenden Würmer gierig zu erreichen versuchten … ein Hirnklumpen, der sich mit dem Zellpudding angeregt zu unterhalten schien.

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Bittersüß – 4

man es kann! Wieso masochistisch? Tatsachen sind Tastsachen. Man kann sich ja auch mal damit abfinden. Anderes bleibt Dir kaum. Kommt Zeit, kommt Rat.“

„Ja, aber meine Gefühle für Dich verschwinden doch nicht nur, weil Du mir einen Korb gegeben hast. Wie kann ich denn mit jemandem zusammen sein, den ich liebe, der meine Gefühle aber nicht erwidert. Das wird doch zur Dauerfrustration. Ich kann meine Gefühle ja schließlich nicht ausleben, und wegzaubern auch nicht.“

„Was anderes wird Dir aber wohl nicht übrig bleiben, sofern Du nicht Psychot oder Suizidtäter werden willst. Meine erste Anmerkung ist ohne Erklärung geblieben.“

„Ob Mann oder Frau, ist mir egal; mir kommt es nur darauf an, für wen ich empfinde. Gefällt mir jemand männlichen Geschlechts, gut! Gefällt mir jemand weiblichen Geschlechts, auch gut! Suizidtäter werde ich, wenn ich nicht den Weg beschreite, mich von Dir zu lösen. Dies bleibt mir übrig. Verstehst Du das nicht? Das verstehe ich nicht!“

Schweigend, erschöpft, den Blick voneinander abgewandt, zwingt sie die Müdigkeit spät nachts in einen unruhigen Schlaf.

Unter ihnen rollen die eisernen Räder den Zug weiterhin über die Gleise, unverändert, unbekümmert und von Träumen unbehelligt, während über ihnen der Wind mit fliegenden Regentropfen wilde, glitzernde Flusslandschaften an eine düstere Glasscheibe malt und sich bittersüße Tränen über sandige, verschwitzte Haut fließend, in bebenden Mundwinkeln vereinen.

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Baden gehen – 2

Nein, nicht wir knallen ihr vor den Kopf, sondern sie fällt und stößt sich seit ihrer Geburt, oftmals den Kopf. Einmal fiel sie zwischen Heizung und Bett.

Mitten in der Nacht schreckten wir auf, von dumpfen Schreien geweckt, blickten benommen suchend um uns, Maren in Hüfthöhe quer im Bett, und sahen schließlich Julias Fuß und ihre Hand, hilfesuchend ins Leere greifend, aus der schmalen Spalte zwischen Bett und Heizung ragen. Glücklicherweise war es eine warme Sommernacht.

In meiner Hand halte ich immer noch alle Schlüssel, gebe Heidrun den Blauen und drei für die Kinder; ich nehme den Beigen.

Maren:

„Warum braucht Julia denn einen eigenen Schlüssel? Den kann sie doch gar nicht um machen?“

Hm.

Die Zeit läuft, wir eilen los, Heidrun mit den Kindern voran, unsere zwei Mädels und ein Schulfreund, ich hinterher, suche nach meiner Nummer an den Türen. 320. Kabine gefunden, rein, ausziehen, raus, Münze einwerfen, abschließen, auf dem Weg zu den Duschen. Das umbinden des Schlüssels am Handgelenk stellt mich vor ein weiteres Problem, da das Schlüsselband keine normale Schnalle zum befestigen hat, sondern ein nicht wirklich patentes Patentsystem, und das Band sich immer wieder löst.

Eine halbnackte, attraktive Frau schreitet mir entgegen, den Blick in die Ferne gerichtet, und geht vorbei.

Wie? Wieso? Wo kommt die Frau her? Aus den Duschen? Keine Hinweisschilder? Soll ich da jetzt hinein gehen?

Es folgen drei bekleidete, weniger attraktive Frauen. Sie schlendern auf mich zu und schauen mich an.

Eine sagt:

„Oh oh, ich glaube, wir sind hier falsch.“

Der Groschen fällt.

„Ähm nein, Sie sind richtig, ich bin falsch, sorry, falscher Schlüssel, muss ich außen drum rum, oder? Und dann zu den Herrenduschen!?“

„Ah ja. Na sowas? Ja, genau!“

„Danke.“

Wieso Danke? Was für ein bekloppter Dialog. Mann, Mann, Mann.

Schnell schleiche ich mich davon, unsichtbar zurück durch den Umkleidegang der Frauen, rein in den Männergang und auf zu den Duschen. Schon jetzt läuft mir der Schweiß.

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Baden gehen

Heute Vormittag war ich nach längerer Zeit wieder einmal mit Kind und Kegel Wasser beiseite drücken. Das Hallenbad habe ich kaum wieder erkannt, speziell den Eingangsbereich nicht, der komplett umgestaltet wurde; ebenso wie die Preise. Mit nassen Haaren und vom Schwimmen erschöpft, Pommes und Gummischlangen in den Händen, auf Bänken sitzend vor raumhoher Verglasung, können die dahinter im Nass noch munter sich verausgabenden nun betrachtet werden.

Es ist kaum Betrieb. Trotzdem kommt die Kartenverkäuferin ins Schwitzen, als ich „Drei Kinder, zwei Erwachsene, drei Schlüssel für die Sammelkabine und einen Schlüssel für Männchen und einen Schlüssel für Weibchen“ bestelle. Während sie sich lässig zu konzentrieren sucht, fragt hinter mir jemand, wo denn die Schlüssel hin sollen.

„Da hinten in den Schlüsseleimer.“

„Da ist kein Schlüsseleimer.“

„Moment.“

Sie schwingt den Eimer über die Theke, reißt beinahe mein rechtes Ohr ab und gibt mir beiläufig fünf Karten und drei Schlüssel.

„Da fehlen noch zwei Schlüssel, bitte; Mann und Frau.“

Sie kramt und schiebt zwei weitere Schlüssel über die Theke.

Heidrun:

„Hast du auch für 60 Minuten?“

„Ja.“

Die Ticketverkäuferin:

„Nein, das ist für zwei Stunden.“

Heidrun:

„Oh man, das kostet wieder, ich hatte dir doch gesagt für eine Stunde!?“

Äh, verwirrt, vergessen, gibt es denn überhaupt für eine Stunde?

Verkäuferin:

„Wollen Sie lieber 90 Minuten? Das kommt dann aber teurer. Sehen Sie, ich hab das längste und billigste für sie kombiniert. Heute ist Familientag, und da sind zwei Stunden billiger als 90 Minuten.“

Das längste und billigste. Nach den 60 Minuten frage ich nicht mehr. Heidrun ist beruhigt. Eine Drehsperre versperrt uns den Weg.

„Da links musst du die Karte einstecken.“

Klar, Karte rein, durchgehen, Karte raus … und die anderen … müssen auch noch hindurch … doch, ich habe die Karten …

„Eure Karten, hier … da … deine, nimm … und Julias …“, mit viel Umstand fädeln sich alle auf meine Seite und Julia knallt wieder einmal etwas vor den Kopf. Der Sperrholm. Nicht so schlimm, ist sie gewohnt, hart im nehmen.

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In meinem Raum – 3

Wesen deshalb? Blinder Glaube. Gehörsam einsam in einmassierter Menge. Die Gabel schwebt zum Mund, der mit Ingwer belegte Harzer zergeht nicht auf der Zunge, Zähne kauen, Rächen schluckt, verschluckt, Panik duckt, verhungern, ersticken oder Einheitsbrei. Aber doch nicht Harzer mit Ingwer. Senf dazu geben. Nein, da haben wir aber schon noch ein paar mehr in petto auf Lager. Mischen wir uns nicht in innere Angelegenheiten. Pfeif nicht wenn du pisst. Das wusste schon Herr Wilson. Robert Anton. Don’t Panic. Andere Schneiden Hecken und blicken durch, wenn auch nicht über den voll gefüllten Rand ihres Tellers und verschlucken sich trotzdem oder hüsteln, leider ohne zu verschwinden.

Ich bin eigentlich schon Tod jeder Tag der mir geschenkt wird betrachte ich als Gottes Gnade nicht das ich an Gott glauben würde aber du weißt schon was ich meine und erfreue mich an jedem Detail des an mir vorbei rauschenden Lebens im Zug nach Nirgendwo sitzend von Nirgendwo kommend Musik in den Ohren die Realität transformierend schwarzweiße Kühe auf grüner Wiese erleuchtet grasend folgen zwei Autos nebeneinander gleich ziehend driften aneinander vorbei wie zwei Freunde die sich nie wieder sehen werden. Liebe. Endlose Weite bei 210, grün blau grün blau grün blau ein Pianosolo. Eine Reise ohne Abfahrt, Ziel und Ankunft, aber so in etwa habe ich das ja schon im letzten Absatz geschrieben, ewiglich unterwegs. Die Uhr tickt nicht mehr, dafür kann sie leuchten und die Richtung weisen in die der Fortschritt nicht fortschreitend fort schreitet und bleibt Schein ohne Sein im Schein Nichtsein Sonne erleuchtet und blendet in einem Atemzug Augenzwinkern Zucken. Ich brauche mehr Papier. Häuser wachsen aus dem Boden eilen geschossgleich von vorne wusch nach hinten an mir vorbei. Schwarze Löcher und Offenbarungen. Morgen kommt, Nacht versinkt, Wolken bespielen den Himmel in lautlos ergreifenden Sinfonien. Realität ist nur ein Abbild der Wirklichkeit die endlos sich wiederholend immer wieder neu erfindet. Der wahre Kern des Göttlichen. Wahre Hilfe braucht keine Belohnung sich selbst schon Belohnung ist in dem hin geben unendliche Befriedigung und Glückseligkeit. Heilen. Hast Du Angst vor dem Sterben, erschrickt Dich der Gedanke zu Tode? Prophezeiungen erfüllen sich immer von selbst ist der Mann und der Weg endlos kann er beim Orgasmus tatsächlich Sterne sehen der mächtigen Ohnmacht nahe dem kleinen Tod. Vielleicht starb unsere Beziehung deshalb. Scherz beiseite. Der Drang wieder zu zeichnen hat mir die Augen geöffnet sehe ich auch wieder ohne Hilfe klar und deutlich das Gefühl welches dem Verstand so unerträglich schmerzvoll hinterherhinkt bleibt so wie Du ein Teil in mir das einzig Wahre Schrift zieht auf stillen Wagons … vorbei! Wenn Bier dann Guinness. Gruben die man sich

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